5 gute und günstige Programme für Fotografen

Wer das Hobby Fotografie für sich entdeckt hat, wird seine Fotos auch bearbeiten, sortieren und konvertieren wollen sowie vor Datenverlusten sichern. Doch nicht nur Kameras und Objektive sind teuer, sondern auch Software geht mitunter richtig ins Geld! Aber ist es für Hobbyfotografen wirklich notwendig zu teuren Lösungen zu greifen? Ich finde nein, denn es gibt eine Menge guter und günstiger Software, die genauso zuverlässig ihren Dienst tut. Ich stelle Euch 5 nützliche Helferlein vor, die aus meinem Fotografenleben nicht mehr wegzudenken sind und den Geldbeutel schonen.

1. Faststone Image Viewer

Faststone Image Viewer nutze nicht nur als flinken Bildbetrachter, sondern auch als einfachen Bildkonverter mit Umbenennungsfunktion. Diese Software kann beliebig viele Fotos auf einmal in eine andere Bildgröße / ein anderes Bildformat umwandeln und es ist möglich, diverse Bearbeitungsparameter festzulegen, die bei der Konversion auf die Fotos angewandt werden. Beispielsweise kann ich die für die Wiedergabe auf einem Fernseher zu großen Originaldaten aus einer Kamera auf eine geringere Auflösung herunterrechnen, automatisch croppen sowie in den zu konvertierenden Fotos Schärfe, Kontrast, Sättigung, Farbbalance usw. anpassen. Ebenfalls praktisch ist die Stapelumbenennung, die mit diversen Parametern automatisiert umbenennt. Eine einfache Bildbearbeitung inkl. Retuschefunktion ist vorhanden. Umgehen kann der Image Viewer mit fast allen Dateiformaten, auch mit diversen Raw-Formaten, die die Software sogar konvertieren kann, wenn auch nur mit sehr eingeschränktem Funktionsumfang. Für die Präsentation der Fotos verfügt das Programm über ein Diashow-Modul, in dem Anzeige-Intervall und Dauer / Stil der Überblendung individuell angepasst werden können.

Screenshot FastStone Image Viewer

Gibt es Nachteile? Außer das der Faststone Image Viewer Bilddateien nur mit 8 bit pro Farbkanal verarbeiten kann, sehe ich keine Nachteile.

Kosten? Keine. Über eine Spende freuen sich die Entwickler aber bestimmt. Kommerzielle Anwender müssen eine Lizenz erwerben.

2. RawTherapee

ist ein toller und äußerst stabil laufender Raw-Konverter. Mit RawTherapee kann man Raw-Dateien den Feinschliff verpassen. Sehr hilfreich ist, dass man Bearbeitungsparameter speichern oder auf weitere Fotos anwenden kann, was die Arbeit mit hunderten oder tausenden Fotos sehr erleichtert. Besonders hervorheben möchte ich die Möglichkeit der Dunkelbildsubtraktion (in Lightroom z. B. nicht vorhanden) und der Korrektur von Objektivfehlern auf Basis der stetig wachsenden Lensfun-Bibliothek. Auch eine Dateiverwaltung ist vorhanden, mit der man außerdem Fotos markieren und / oder bewerten kann.

Screenshot RawTherapee

Gibt es Nachteile? Ja. RawTherapee beinhaltet zwar eine Unzahl an Funktionen, aber das macht es leider auch etwas verwirrend und manche Funktionen wie z. B. Freistellen und Skalieren sind sehr umständlich implementiert. Eine Retuschierfunktion fehlt. Einsteiger sollten sich in Geduld üben, bis sie mit RawTherapee erste vorzeigbare Ergebnisse erzielen. Keine Zeit? Dann möchte ich auf mein äußerst beliebtes Schritt-für-Schritt-Tutorial hinweisen. 🙂

Kosten? Keine. Über eine Spende freuen sich die Entwickler aber bestimmt.

3. Affinity Photo

Als ich mein Creative Cloud Abo kündigte suchte ich eine Alternative zu Photoshop, die nicht „Gimp“ heißt und für die ich kein Abo abschließen muss. Und ich fand sie in Affinity Photo! Affinity Photo hat mir von Anfang an sehr zugesagt und als langjähriger Photoshop-Nutzer gewöhnte ich mich schnell an das übersichtlich und „frisch“ wirkende Interface. Sogar eine Unterstützung für den CMYK-Farbraum und 16 / 32 bit / Farbkanal ist vorhanden. Natürlich bietet Adobe Photoshop weit mehr Funktionen, aber da stecken auch 30 Jahre Entwicklungszeit drin. Und braucht man, wenn man keine Bildmanipulation bis ins allerletzte Detail betreibt, wirklich jedes Feature?

Screenshot Affinity Photo

Gibt es Nachteile? Leider ist die Raw-Konversion noch sehr rudimentär und damit zumindest für mich derzeit unbrauchbar. Doch in Zukunft wird da sicher noch einiges passieren.

Kosten? 49 € pro Lizenz. Gültig ist sie auf zwei Geräten, z. B. für den PC daheim und für den Laptop auf Reisen.

4. Adobe DNG Converter

Mit dem Adobe DNG Converter kann man beinahe alle Raw-Dateiformate in das DNG-Format umwandeln. Aber wozu konvertieren? Angenommen Ihr kauft eine neue Kamera, aber nutzt einen älteren Raw-Konverter, so wird der Konverter die Dateien Eurer Kamera leider nicht einlesen können, weil die Kamera zu neu ist. So kann z. B. mein altes Lightroom 5.7 von 2013 mit den Raw-Dateien meiner Nikon D7200, der Panasonic TZ101 meiner Frau sowie denen der Drohne nichts anfangen, weil es diese drei Geräte damals noch nicht gab. Doch in DNG umgewandelt ist das kein Problem. Noch ein Vorteil des DNG Converters: Er bringt sämtliche Korrekturprofile für Objektive im LCP-Format mit und mit jedem Update kommen die neuesten Objektive dazu. Die LCP-Dateien sind dann nicht nur in älteren Lightroom-Versionen verfügbar, sondern können auch in RawTherapee verwendet werden!

Screenshot Adobe DNG-Konverter

Gibt es Nachteile? Jein. Eine Veränderung der Bildinformationen durch die Konversion konnte ich (bei verlustfreier Konversion) zwar nicht feststellen, aber DNG ist weder ein offenes Dateiformat noch ist es ein Standard und schon gar nicht ist es zukunftssicher. Und sollte einmal ein Beweis für die Urheberschaft eines Fotos erforderlich sein, so käme nur das native Raw hierfür in Frage. In den o. g. Anwendungsszenarien spricht nichts gegen eine Konversion, doch von einer Konversion in DNG und dem Löschen der originalen Daten rate ich ab.

Kosten? Keine.

5. FreeFileSync

Meine Daten sichere ich mit FreeFileSync wöchentlich auf eine externe Festplatte, die ich außer Haus aufbewahre. Warum außer Haus? Weil bei einem Brand, Wasserschaden usw. auch die Sicherung futsch wäre. Eine Besonderheit ist, dass FreeFileSync kein Backup, sondern nur eine Datensynchronisierung durchführt, d. h. auf der externen Platte befindet sich eine 1:1-Kopie meiner Daten. Das hat den Vorteil, dass ich die Daten auf jedem Gerät öffnen kann, ohne auf obskure Backup-Software angewiesen zu sein, von der ich nicht einmal weiß, ob sie im Ernstfall auch hält was sie verspricht. FreeFileSync erfordert ein wenig Einarbeitung, doch hat man einen Batch-Auftrag zur Synchronisierung angelegt, genügt in Zukunft ein Doppelklick und Eure Daten sind stets synchron. Falls eine Synchronisierung länger dauert, kann ich diese nachts starten und FreeFileSync fährt den PC nach getaner Arbeit automatisch herunter. Noch ein Vorteil: Wenn ich auf Reisen bin, nehme ich die Sicherungsplatte mit, synchronisere die Fotos auf diese und aktualisiere dann daheim meinen Fotobestand.

Screenshot FreeFileSync

Nachteile? Fallen mir keine ein. FreeFileSync tut was es soll.

Kosten? Keine. Wer spendet, erhält eine Lizenz mit ein paar netten Extras.

Hinweis! Bitte auf der Download-Seite nicht auf den großen grünen Button mit der Aufschrift „Get it here“ klicken, sondern auf die Links darunter.

Fazit

Ich bin ein Freund guter und günstiger Lösungen um meinen Fotobestand in Schuss zu halten und ich habe sie gefunden. Gute Software muss nicht immer viel Geld kosten oder teuer sein und alle genannten Programme tun ihren Dienst. Mehr will ich nicht und meine Empfehlung habt Ihr.

Rechtlicher Hinweis

Dieser Beitrag ist keine Werbung. Ich gebe hier meine persönliche Meinung wieder, habe jedes der Programme selbst erworben, erhalte von deren Entwicklern weder Benefits und ich leiste keinen Support. Die Anwendung der Programme erfolgt auf eigene Gefahr.

Schreibe einen Kommentar