Affinity, Luminar, D750, Glas, Sibirien

Nach einer relativ langen Zeit habe ich genügend Themen beisammen, über die ich schreiben kann. Und schon geht es los:

Affinity Photo, Luminar 2018

Es tat sich einiges an der Bildbearbeitungsfront, denn ich habe mein Adobe CC Abo gekündigt. Die Gründe dafür habe ich im vorhergehenden Beitrag erwähnt. Natürlich hatte das auch zur Folge, dass mein Workflow völlig zum Erliegen kam, denn ein abrupter Ausstieg aus einer gewohnten Arbeitsumgebung ist nicht mit ein paar Mausklicks aus der Welt. Zwar gibt es eine Menge Alternativen zu Lightroom, aber keine von ihnen bietet einen identen Workflow und falls es doch eine Software tat, hakte es eben woanders. Also muss man umdenken. Einen Ersatz für Photoshop hatte ich schnell gefunden, nämlich Affinity Photo. Affinity macht alles was ich benötige, kommt aber mit einem moderneren Interface und zeitgemäßerer Bedienung als Photoshop daher und das völlig ohne Abozwang. Bildbearbeitung und Raw-Konversion finden bei Affinity im selben Programmfenster statt und werden in sog. „Personas“ unterteilt.

Öffnet man eine Raw-Datei in Affinity Photo, wechselt die Software in die "Develop Perona". In den rechten Fenstern stehen versch. Entwicklungsoptionen zur Verfügung.

Aber so toll Affinity sein mag, ein vollwertiger Raw-Konverter ist es leider noch nicht, ausgerechnet die Korrektur von Tiefen und Lichtern sowie die Rauschreduzierung halte ich für wenig brauchbar. Aber zum Glück gibt es ja die „Photo Persona“, das ist das Modul zur Bildbearbeitung und die offenbart die Stärken des Newcomers, denn dort stehen viel mehr Optionen zur Bildbearbeitung zur Verfügung.

Klickt man in der "Develop Persona" auf "Entwickeln " bzw. öffnet eine Bilddatei, offenbart die "Photo Persona" das riesige Potential von Affinity.

Hat man es mit Massen von Fotos zu tun und bei Berufsfotografen ist das meist der Fall, muss eine andere Lösung her. Raw-Konverter gibt es zuhauf und ich habe mir einige von ihnen angesehen. Gelandet bin ich letztendlich bei Luminar 2018 von Skylum. Luminar ist endlich auch für Windows erhältlich, steckt aber ebenso wie Affinity noch in den Kinderschuhen. Aber der Vergleich von Luminar mit Lightroom hat mich überzeugt, einem aufstrebenden Newcomer, der dem Platzhirsch Adobe unbequem werden kann, eine Chance zu geben. Jedenfalls überzeugen mich die Resultate, die Luminar liefert sowie sein aufgeräumtes Interface.

Ziemlich schlicht: das Editorfenster von Luminar 2018. Klickt man rechts auf "Filter hinzufügen"...

...kann man diverso Entwicklungsfilter hinzufügen. Und das sind unübersehbar eine ganze Menge! Alternativ kann man aber auch...

...unten ein Preset auswählen und, falls erforderlich, basierend auf diesem weiter anpassen.

Doch auch hier gibt es ein Aber! So fehlt z. B. ein Dateimanagement, wie es Lightroom hat, die Bearbeitung wird nicht in einer XML-Datei protokolliert, so dass man nach Schließen des Programms wieder bei Null beginnen muss und weiters ist es in der Windows-Version noch nicht möglich, beim Export die Bildgröße zu ändern oder beim Import / Export Dateien umzubenennen. Bis Skylum nachbessert (und das werden sie) bleibt mir derweil nur der Weg über diverse Workarounds.

Fazit

Sowohl Affinity als auch Luminar sind relativ neu auf dem Markt und man darf daher gespannt sein, was sich zukünftig tun wird. Sicher eine Menge! Ein Zurück zu Adobe schließe ich definitiv aus und Fortschritt entsteht nicht aus Bequemlichkeit.

Folgende Fotos habe ich mit Luminar bzw. Affinity entwickelt:

Nikon D750, Tokina 24-70 mm f2.8 G2

Seit etwas mehr als einem Jahr besitze ich eine Nikon D750, weil ich mir einfach mal „etwas Gescheites“ gönnen wollte. Sie war von Anfang an das was ich lange suchte, nämlich eine DSLR zu einem guten Preis, die in ihrer Bedienung einen erfahrenen Fotografen nicht behindert und Superfotos macht. Leider war da diese ärgerliche Sache mit dem verbogenen Blendenhebel und nicht nur einmal dachte ich über einen Wechsel der Kameramarke nach, doch mangels echter Alternativen – ich wollte nicht grundlos die D750! – verwarf ich den Gedanken wieder.

Doch selbst die beste DSLR ist ohne gutem Glas eine Gurke und anfangs versuchte ich es mit Festbrennweiten, doch die wollten zu meiner Art der Fotografie nicht so recht passen. Ich arbeite nicht in einer planbaren Umgebung, sondern bin meist draußen und fotografiere was sich ergibt. Hierfür sollte man allerdings flexibel sein und Festbrennweiten sind das nicht. Komme mir bitte keiner mit „Der Könner verwendet keine Zoomobjektive, sondern erarbeitet sich sein Motiv!“, meine Meinung über diesen blödsinnigen „Lehrsatz“ habe ich hier bereits deutlich kund getan. Für wenig Geld erwarb ich das Nikon 24-85 mm f3.5-4.5, eines dieser typischen Nikon-Plastikbomber, aber immerhin mit einer beachtlichen Abbildungsleistung. Außerdem ist der Bereich von 24 mm bis 85 mm der, mit dem man die meisten Fotos macht. Mir hat das Teil in Sibirien jedenfalls gute Dienste geleistet.

Aber ich wollte etwas besseres mit durchgehender Offenblende und so sah ich mich nochmals um. Die Idee, das neue Nikon 24-70 mm f2.8 zu kaufen, verwarf ich sofort, als ich den horrenden Preis sah. Seinen Vorgänger fand ich wegen des fehlenden Stabilisators und ebenfalls überzogenen Preises uninteressant. Vom neuen Tamron SP 24-70mm F/2.8 Di VC USD G2 habe ich nur Gutes gehört und gesehen und sein Preis war verlockend. Doch nach den ersten Fotos machte sich ein wenig Ernüchterung breit. War es die Qualität? Das Gewicht? Die Schärfe? Nein, da war alles bestens, das Tamron spielt weit vorne mit. Keine Ahnung, was ich erwartet habe, aber ich vermute, dass es damit zusammenhängt, dass ich mich mehr und mehr einem idiotischen Technikfetisch hingebe, anstatt es einfach mal gut sein zu lassen und zu fotografieren – soviel Selbstkritik muss sein! Daher mein Tipp: Fotografiert lieber, anstatt vor dem PC zu sitzen und in der 100 % Ansicht in den Fotos nach Unzulänglichkeiten zu suchen!

Fazit

Ich werde das Tamron behalten und ihm eine faire Chance geben, denn die hatte es bis dato nicht. Einen „Kaufbefehl“ möchte ich allerdings auch nicht erteilen, solange ich nicht restlos überzeugt bin. 🙂

Sibirien

Diese unvergessliche Reise durch ein nahezu unbekanntes Land hat eine Menge Eindrücke hinterlassen. Eine Menge Foto- und Filmmaterial kam zusammen und nach vielen schlaflosen Nächten entstand daraus eine anderthalbstündige Multivision mit dem Titel „Abenteuer Altai“. Erste Testvorführungen lösten Begeisterung aus und sogar eine Vorführung vor größerem Publikum habe ich bereits absolviert. Das war für mich insofern schwierig, weil ich seit meiner Ausbildung nicht mehr vor Publikum referiert habe, ergo der Redefluss manchmal etwas stockte. Stattdessen ließ ich meine Fotos sprechen und durch die Publikumsreaktionen weiß ich jetzt, was ich zukünftig besser machen muss. Die nächste Multivision ist bereits in Vorbereitung und weitere Vorträge im Raum Innsbruck sind in Planung. Zusätzlich zur Show gibt es einen Wandkalender 2018 mit Fotos aus Sibirien sowie T-Shirts bedruckt mit dem von mir entworfenen Logo zur Reise. Ach ja… wer den Trailer zur Show noch nicht gesehen hat: Bitteschön!

So, jetzt wisst ihr Bescheid, was ich so tue. Über das, was ich sonst noch so plane, schreibe ich in einem späteren Beitrag. Bis dahin…

Gut Licht! 🙂

Ein Kommentar bei „Affinity, Luminar, D750, Glas, Sibirien“

  1. Hallo, die Verlockung, ein Foto „ganz schön“ auszuarbeiten ist leider sehr groß. Das Problem kenne ich auch. Luminar und Affinity leisten jedenfalls ganze Arbeit. Selber bin ich auf den Photo Director gespannt, den Tutorials auf YT nach sollte er recht gut sein. Beim Fotoentwickeln kann man mit jedem Bearbeitungsprogramm übers Ziel hinausschießen. Du sagst es eh: Fotos entwickeln statt „verschönern“. Von der Auswahl gefällt mir „Sternenhimmel“, „Lost places mit Frau in Blau“ und „Wasserfall“ am besten. Zum Linsenfetischismus möchte ich anfügen, dass es mehr Spaß macht, mit einem hochwertigen Glas zu fotografieren als mit einem „Plastikbomber“. Damit meine ich den „puren Spaß an der Freud“. Vieles kann man nicht planen, wie im Leben ;-). Zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein, Kamera dabei, dann hat man die halbe Miete.

    Blende acht, so wird`s gemacht :-).
    Gut Licht
    Peter

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