Equipment

Wie jetzt, keine Liste mehr? Nein, denn um nicht den Eindruck zu erwecken, ich könne meine Fotos nur dank des aktuell aufgelisteten Krams machen, habe ich beschlossen, stattdessen ein paar Zeilen zu meiner Ausrüstung zu verfassen. Ich habe schon tolle Fotos mit schlechten Kameras gemacht und mit meiner besten Ausrüstung schon Fotos versaut. Ich bin keinem Markenhype verfallen und werde es auch in Zukunft nicht. Was ich verwende, ist nur Werkzeug, nicht mehr und nicht weniger und mich interessieren daher nur: Preis, Leistung und Usability. Heiße Debatten um Hardware oder Marken können meinetwegen andere führen, ich gehe inzwischen lieber fotografieren.

Kameras

2011 begann mein Einstieg in die „ernsthafte Fotografie“ mit einer Nikon D3100. Warum keine Canon oder Sony? Weil mir die Nikons am besten gefielen. Ca. 2 Jahre später kam eine D5200 hinzu, die D3100 nutzte ich ab dann als Zweitkamera, bis ich sie verkaufte und zur D5200 eine D5300 kaufte. Grund war ihre Fähigkeit, Full HD mit bis zu 60 fps zu filmen sowie ihr leicht verbessertes Rauschverhalten. Leider hatte ich mit der D5300 keinen guten Start, denn sie hatte ein defektes AF-Modul. Wurde zwar anstandslos auf Garantie repariert und ab da funktionierte sie einwandfrei, doch ich fotografierte lieber mit einer 2nd Hand erworbenen D7000, die vom Bedienkonzept der gehobenen Mittelklasse zuzurechnen ist und meinen gestiegenen Ansprüchen daher eher gerecht wurde. 2016 fand ich Gefallen an der Nikon D750 und da fast alle meine Objektive Vollformat-tauglich waren, griff ich zu – und erwischte ein Montagsmodell: verbogener Blendenhebel ab Werk, Sensorflecken, Verschlussprobleme und Ärger über den Nikon-Service. Nach nur anderthalb Jahren voller Ärger und Unkosten hatte ich von der D750 die Nase voll, ließ den Verschluss austauschen und verkaufte sie. Seitdem verrichtet eine Nikon D800 ihr Werk, die ich mit nur 1.800 Auslösungen für sagenhafte 1.100 € erwarb. Sie mag nicht mehr die schnellste und modernste sein, aber sie ist robust, lässt sich super bedienen und macht perfekte Fotos. Oft wurde davon gesprochen, die D800 sei eine „Diva“, mit der es bedingt durch die hohe Auflösung sehr schwer sei, unverwackelte Fotos zu schießen, das kann ich so nicht bestätigen. Hier verorte ich das Problem hinter dem Sucher.

Objektive

Es ging 2011 los mit einem 18-55 mm Nikkor Kit-Zoom an der D3100, das ich mit einem 55-300 mm ergänzte. Später erwarb ich ein 35 mm f1.8 DX und ein 18-105 mm f3.5-5.6. Ersteres ist sehr gut, aber für jemanden, der sich noch sehr gut daran erinnert, wie sich gute Objektive einst anfühlten, sind moderne Nikkore ein Graus. So landete ich bei Sigmas ART-Serie, Tokina und inzwischen bei Tamron, die im Gegensatz zu Nikon eine Qualität „wie damals“ zum fairen Preis bieten. Für den Superweitwinkelbereich verwende ich seit 2016 das messerscharfe und solide Sigma 20mm F1,4 DG HSM. Nicht gerade günstig, macht aber ordentlich was her! Einziger Nachteil: Die Frontlinse ist gewölbt, was den Einsatz von Schraubfiltern verhindert. Als Immerdrauf an Vollformat verwende ich seit 2017 das Tamron SP 24-70mm F/2.8 Di VC USD G2, das solide Verarbeitung zum fairen Preis bietet und sehr scharf abbildet. Für den Telebereich verwende ich seit 2016 das Tokina AT-X 70-200mm F4 PRO FX VCM-S. Ein f2.8 mag besser sein, allerdings laufen meine Motive selten weg und so ein Teil will auch geschleppt werden. Nikkore besitze ich außer dem Nikon AF-S 50 mm 1:1,8G keine mehr. Es macht zwar super Fotos, aber es ist halt leider auch ein Plastikbomber und mehr als 200 € wäre es mir auf keinen Fall wert. Aber ein 50 mm gehört in jede Fototasche!

Zubehör

braucht jeder, der sich der Fotografie beschrieben hat. Bei mir sind es neben Stativen mehrere Filter, Fernauslöser, Taschen und Hard- und Software zur Bild- und Videobearbeitung. An Filtern benutze ich nur noch Graufilter von Haida sowie einen Polarisationsfilter von Hoya, beides sind sehr gute Marken. Da meine Objektive unterschiedliche Front-Durchmesser haben, achte ich darauf, einen großen Filterdurchmesser zu verwenden und mit Step-Up-Ringen zu arbeiten – ist günstiger als mehrere Filter zu kaufen. Schutzfilter verwende ich übrigens nicht.

Stative besitze ich zwei Stück, neben einem schweren Stativ für Teleskope und zum Filmen besitze ich noch das togopod „LUISA“, das für meine Setups ausreichend stabil ist, aber doch klein und leicht genug, so dass es keine Ausrede mehr gibt, ein Stativ daheim zu lassen. Für Selfies und Gruppenfotos, bei denen ich mit auf dem Bild sein möchte verwende ich den diesen kleinen Infrarot-Fernauslöser und für intervallgesteuerte Aufnahmen den Pixel Kabelfernauslöser TC-252, den es mit dem TC-282 auch als kabellose Version gibt.

Um meine Ausrüstung aufzubewahren, verwende ich das Lowepro Nova Sport 35L AW. Wenn ich nur eine Kamera mitnehme, nehme ich die Peter Hadley Arizona 30. In diese Tasche passt eine DSLR inklusive Objektiv (außer Tele!) sowie kleineres Zubehör wie Reserveakku, Filter und Speicherkarten. Kameragurte mag ich nicht so gerne, aber wenn es sein muss, verwende ich die Modelle von Eggsnow. Die Eggsnow Gurte sind preiswert, gut verarbeitet, in vielen schicken Mustern erhältlich und frei von Markennamen.

Natürlich müssen meine Fotos auch irgendwo gespeichert werden. Früher nutzte ich gerne Speicherkarten der Marke Intenso, doch seit mich mal eine just auf einer Hochzeit in Stich ließ (ging zum Glück gut aus!), nicht mehr. Zur D750 bekam ich eine SD-Karte von Sony geschenkt, die sehr bald ihren Dienst quittierte. Mein Favorit sind seit Jahren Speicherkarten von SanDisk, denn die haben mich noch nie in Stich gelassen.

EDV

Bildbearbeitung betreibe ich als ausgebildeter Mediengestalter seit 1997, damals mit Adobe Photoshop 3.0. Als ich 2010 erstmals mit dem Raw-Format zu experimentieren begann, versuchte ich es mit RawTherapee, landete aber bald bei Adobe Lightroom. Leider begann mich Lightroom, besser gesagt seine Performance ab Version 6 derart zu nerven, dass ich Ende 2017 mein CC-Abo auslaufen ließ. Für Photoshop fand ich in Affinity Photo schnell einen sehr empfehlenswerten Ersatz. Für Lightroom und seiner praktischen Bildverwaltung jedoch fand ich noch keinen. Derzeit nutze ich für die Raw-Konversion Luminar 2018. Mein Rat: Software als Abo mag zwar lukrativ erscheinen, allerdings ist schnell Schluss mit Lustig, wenn der Anbieter die Spielregeln ändert. Da Adobe nur noch das Abomodell anbietet, gibt es von mir daher keine Empfehlung mehr. Für den Videoschnitt sowie meine Multivisionsshows (Diavorträge) verwende ich Vegas Movie Studio Platinum. Mit dem großen Bruder Vegas Pro habe ich schon vor Jahren gearbeitet und ich war vom Konzept sehr angetan. Adobe Premiere mochte ich noch nie.

Daten sichere ich mindestens wöchentlich auf eine externe Festplatte, die ich stets räumlich getrennt aufbewahre – könnte ja die Wohnung ausbrennen! Eine Besonderheit ist, dass ich kein Backup im eigentlichen Sinne, sondern nur eine Datensynchronisierung durchführe, d. h. auf der externen Platte befindet sich eine 1:1-Kopie meiner Daten, diese Synchronisation führe ich mit FreeFileSync durch. Das hat den Vorteil, dass ich die Daten jederzeit auf jedem PC öffnen kann und nicht auf irgendeine obskure Software angewiesen bin. Seit Ende 2012 arbeite ich an einem Intel Core i5 3570 mit 16 GB RAM DDR3, 512 GB SSD und einer 2 TB Festplatte. Als Betriebssystem fungiert Windows 10 Pro. Der PC ist nach wie vor schnell genug für 99 % meiner Anwendungsbereiche.

Mein Rat

Überlegt Euch was Ihr fotografiert, wie Ihr fotografiert und was es Euch wert ist, denn mit Systemkameras holt man sich einen Geldfresser ins Haus, der jedoch nicht automatisch bessere Fotos und aus einem keinen besseren Fotografen macht. Auch Größe und Gewicht spielen eine Rolle. Was nützt eine Kamera, die zwar besser ist, aber irgendwann nur noch daheim herum liegt, weil das Smartphone praktischer ist? Und muss es immer das neueste sein? Nein! Solange eine neue Kamera kein Feature hat, das einem all die Jahre zuvor fehlte, macht es keinen Sinn, die alte zu ersetzen. Der Reiz des neuen verfliegt schnell und nicht grundlos gibt es Fotografen, die heute noch mit einer D700 oder 5D Mark II tolle Fotos schießen und kein Kunde bei klarem Verstand würde Euch kontaktieren, weil Ihr eine neue Kamera habt. Ein weiteres Argument ist der Wertverlust: Je teurer die Kamera, desto höher ist er und desto schwieriger wird es außerdem, sie zu verkaufen.

Investiert also lieber in gute Objektive statt in neue Kameras! Wer hochwertige Objektive auf einer älteren Kamera verwendet, wird immer die besseren Fotos machen als der, der ein Kit-Zoom an einer nagelneuen Kamera verwendet. Gute Objektive sind wertstabil und hat man einmal angefangen, Wertarbeit zu kaufen, fällt die Reinvestition bei Wiederverkauf und Neukauf meist gering aus. Oft hört man, die Profis verwenden nur Festbrennweiten statt Zooms, weil die besser seien und man damit lernt, zu fotografieren. Statt den vier o. g. Linsen schleppe ich jetzt einen Sack voll Festbrennweiten mit mir herum, bin ständig am wechseln und habe doch meist die falsche Brennweite drauf? So ein Quatsch! Einst waren FBs die erste Wahl, einfach weil sie besser waren, doch das ist heute anders. Zooms sind heute, wenn man das entspr. Kleingeld investiert, sehr hochwertig und wer in der 100 % Ansicht nach Unzulänglichkeiten sucht, der wird auch bei FBs fündig. Ich empfehle jedem ambitionierten Fotografen ein 50 mm bzw. 35 mm an Crop und ein 85 mm bzw. 50 mm an Crop, mehr Festbrennweiten braucht es eigentlich nicht.

Was war bzw. ist mein Lieblings-Spielzeug? Meine absoluten Favoriten unter meinen Kameras sind in der Reihenfolge: D800, D7000, D3100. Unter den Objektiven: Sigma 18-35 mm f1.8 ART, das neue Tamron 24-70 mm f2.8 und das Tokina 70-200 mm f4. Und was würde ich nie wieder kaufen? Produkte von Hama und DSLRs ab 1.000 € als Neuware. Lieber clever und gebraucht kaufen, das spart Geld, schont die Umwelt und falls mal etwas kaputt geht ist das auch weniger ärgerlich.