Das waren noch Zeiten! Eine Stippvisite in die Analogfotografie

Viele von Euch werden sich sicher noch an die Analogfotografie erinnern, also das Belichten eines Films anstelle eines Sensors. Doch weder möchte ich auf der Nostalgiewelle reiten, noch der „guten alten Zeit“ hinterhertrauern. Nein, ich schreibe einfach über das Für und Wider und zeige Euch, dass man auch damals sehr gute Fotos schießen konnte.Blick ins Vorkarwendel. Die Soiernspitze von Osten gesehen. Aufgenommen: Oktober 2000

Wiederentdeckung: Olympus OM-1

Die Olympus OM-1 ist eine Spiegelreflexkamera aus dem Vermächtnis meines Vaters, der sie im Jahre 1977 für 500 DM erworben hat. Diese Kamera wurde von 1972-1987 gebaut und verfügte über ein für damalige Zeiten revolutionäres Feature: einen pneumatisch gedämpften Spiegelmechanismus, wodurch der Spiegelschlag kaum fühlbar ist. Somit war diese Kamera quasi prädestiniert für Langzeitbelichtungen.

Haptik und Verarbeitung der OM-1

Die OM-1 mutet robuster und hochwertiger an als die meisten heutigen Kameras. Und sie ist sehr kompakt. Meine beiden Nikons, so sehr ich sie schätze, sind überwiegend aus Kunststoff und können gegen die superrobste OM-1 keinesfalls anstinken. Kunststoff ist zwar leicht, aber er fühlt sich halt irgendwie auch „billig“ an.

Analogfotografie – das Für und Wider

Für:

  • Analoge Kameras haben praktisch keine störanfällige Elektronik verbaut.
  • Gebaut für die Ewigkeit – ältere Kameras muten stabiler und hochwertiger an.
  • Mangels Vorschau und digitaler Bildbearbeitung musste man „sauber“ fotografieren.

Wider:

  • Eine digitale Weiterverarbeitung ist nur über den Zwischenschritt Scan realisierbar.
  • Höhere Materialkosten – Filme, Dias und Entwicklung sind leider kostenintensiv.
  • Ein verlorenes Foto blieb verloren, da es keine Bildvorschau und somit die Chance zur sofortigen Wiederholung der Aufnahme gab.
  • Aus Kapazitäts- und Kostengründen ist man Schnappschüssen eher abgeneigt.
  • usw…

Analogfotografie – mein Fazit:

Bildqualität

In den späten 90er Jahren habe ich von Berufs wegen sehr viele Diascans von Archivfotos aus Bilddatenbanken angefertigt und bearbeitet, und ich kann Euch folgendes versichern: Wurde eine gute Kamera und hochwertiger Diafilm verwendet, können analoge Aufnahmen mit Fotos aus modernen Kameras immer noch gut mithalten! Und mal ehrlich: Trotz der ganzen Fortschrittes bekommt man nach wie vor Massen von missratenen Fotos zu Gesicht. Der, der den Auslöser betätigt, wird also immer der wahre limitierende Faktor bleiben!

Verarbeitung

Die Olympus OM-1 kam 1972 auf den Markt und sie wurde 15 Jahre lang nahezu unverändert gebaut. Das Modell, das ich besitze, hat inzwischen (Stand: 2014) 37 Jahre auf dem Buckel und ist sehr ramponiert, aber sie macht unverdrossen Fotos wie am ersten Tag. Ich bezweifle sehr stark, dass meine modernen Nikons in 37 Jahren noch funktionieren werden!

Nichtsdestotrotz ist die Digitalfotografie in der Evolution der nächste logische Schritt gewesen, der heute Amateuren wie Berufsfotografen das Fotografieren in nie dagewesener Art und Weise erleichtert. Auch wenn die Vorteile der analogen Technik immer noch ihre Gültigkeit haben, genieße ich alle Vorzüge der digitalen Fotografie und wünsche mir keinesfalls die „gute alte Zeit“ zurück.

Zum Schluss noch ein kleiner Querschnitt aus meinem Analogbildbestand (für die Galerieansicht die Fotos anklicken). Viel Spaß damit!

Der Fels in der Brandung vor Islands Küste. (April 2000)Einer von vielen Geysiren auf Island. (April 2000)Nach über 20 Aufnahmen gelang mir dieses Foto: Eruptierender Geysir Strokkur. (April 2000)1999-02_New York City_031999-01_Carribean Sunset1998-10_Norwegian Coast_01