Das war’s mit Adobe!

Eine Ära geht zu Ende, denn ich habe mein Creative Cloud-Abo bestehend aus Lightroom und Photoshop gekündigt. Der Grund: Im Laufe der Zeit ist Lightroom dermaßen träge und instabil geworden, dass ich nicht mehr gewillt bin, länger damit zu arbeiten und auch noch dafür zu bezahlen. Googelt man nach Performanceproblemen bei Lightroom, zeigt sich tausendfach, dass ich mit meinem Ärger nicht alleine bin. Nun bekommen andere Lösungen eine Chance.

Besonders interessant an Lightroom Version 6 erschien mir die GPU-Unterstützung, die endlich den erhofften Performanceschub bringen sollte, und diese war nebst Photoshop CC der Grund, warum ich von Lightroom 5.x auf das Abomodell wechselte. Doch das Upgrade brachte rein gar nichts – im Gegenteil! Auf jede Aktion in Lightroom folgte eine Gedächtnis-Sekunde und das wurde mit jedem Update noch schlimmer. Wenn ich in der Bibliotheks-Ansicht nur von einem Foto zum nächsten blätterte, musste jedes mal erst die JPG-Vorschau neu gerendert werden, selbst wenn das Foto zuvor bereits angezeigt wurde und zwischenzeitlich keine Anpassungen vorgenommen wurden. Schlimmer noch war, dass der Wechsel von einem Foto zum nächsten meist ein paar Sekunden „Bedenkzeit“ brauchte und die Bibliothek damit unbenutzbar wurde. Ich wählte z. B. Foto A aus um es zu löschen und Foto A wurde korrekt markiert. Doch an der Position von Foto A befand sich in Wirklichkeit bereits Foto B, was Lightroom aber noch nicht anzeigte und ich somit Foto B löschte. Alles klar? Alle Tipps, Lightroom flott zu machen, kenne ich bereits, brachten aber rein gar nichts. Den besonders schlauen Tipp, die GPU-Beschleunigung (ausgerechnet das Feature, das die Performance eigentlich steigern sollte) zu deaktivieren, lasse ich besser unkommentiert.

Kauf doch einen neuen Rechner!

Nein, denn meine Hardware ist nicht das Problem. Mein PC ist zwar fast 5 Jahre alt, doch er läuft zuverlässig, wurde von mir stets nachgerüstet und jedes andere Programm läuft flott. RawTherapee bearbeitet die Raws meiner D750 flott, Photoshops Camera Raw Modul ist flink und selbst Ultra HD Videoschnitt mit Vegas ist auf meinem PC problemlos möglich. Nur Lightroom wird immer träger und ich bin nicht gewillt, einen neuen PC zu kaufen nur um einer völlig verhunzten Software möglicherweise ein paar Zehntelsekunden zu entlocken.

Gerüchte

Aus mehreren Quellen hörte ich bereits, dass das Creative Cloud-Abo oft nach nur wenigen Tagen ohne Internetverbindung den Dienst verweigert, lt. Adobe sind aber 99 Tage Offline-Arbeit möglich. Da bin ich also irgendwo ein paar Tage unterwegs wo es kein Internet gibt (Ja, es gibt solche Orte auf der Welt!) und muss damit rechnen, dass mein „Werkzeug“ den Dienst quittiert? Nein danke!

Alternativen

Ich bin auf folgende Lösung gestoßen: Affinity Photo. Für € 54,99 pro Lizenz kriegt man ein grundsolides Bildbearbeitungsprogramm geboten. Affinity Photo ist erfrischend anders und auch wenn sein Raw-Workflow nicht ganz so komfortabel wie der von Lightroom ist, macht es mir Spaß, damit zu arbeiten. Affinity Photo liegt erst in der Version 1.5 (September 2017) vor und daher denke ich, dass sich da noch viel tun wird. Als Alternativen für Fotoverwaltung und Raw-Konversion wären Capture One Pro oder Nikon Capture NX-D zu empfehlen, ersteres ist mir aber zu teuer und letzteres funktioniert nicht mit DNG-Dateien. ON1 Photo RAW macht auf mich den besten Eindruck, ist ebenfalls preiswert und wird vielleicht bald Affinity Photo ergänzen. Als gratis Alternative wäre da noch RawTherapee zu erwähnen, das viel mehr Funktionen als Lightroom an Bord hat, was es aber für Einsteiger nur bedingt empfehlenswert macht.

Fazit

Ich habe Software von Adobe immer sehr geschätzt. Aber es wird höchste Zeit, dass der Platzhirsch zu spüren bekommt, dass es dort draußen Konkurrenz gibt, die ihm eines Tages gefährlich werden könnte, wenn er sich seiner Sache zu sicher ist. Beispiele für einst große Konzerne, die sich ohrer Sache zu sicher waren und heute Geschichte sind, gibt es genügende. Adobe sollte endlich an der Codeoptimierung seiner Software arbeiten, statt immer nur neue Features zu implementieren. Da Adobe das nicht tut, bekommen andere eine Chance, es besser zu machen und so wie es aussieht tun sie das. Mich als langjährigen User sind sie jedenfalls los.

Ein Fotografenleben ohne Adobe ist prinzipiell möglich, wenn man nur will. Wie es sich mit meinen Alternativen arbeitet, darüber werde ich im Bälde berichten.

Gut Licht wünscht Euch

Daniel

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