Die Kroatien Trilogie: Flora und Fauna

Die Kroatien Trilogie: Flora und Fauna

Für alle an Flora und Fauna interessierten Kroatien-Urlauber lohnt es sich, die Badeorte zu verlassen und sich in das oft nur spärlich besiedelte Hinterland zu begeben. Begünstigt durch die klimatische Dreiteilung, das bedeutet: in Küstennähe mediterran, auf dem Festland kontinental und in den Dinariden alpin, findet in dem Balkanstaat eine große Anzahl von Pflanzen- und Tierarten eine Heimat. Während unserer zahlreichen Kroatienaufenthalte hatten wir die ein oder andere Begegnung mit teils sehr seltenen Pflanzen und Tieren – einige davon haben wir sogar fotografisch festhalten können und die seht Ihr in diesem Beitrag!

Bitte beachtet: Weder bin ich professioneller Tierfotograf, noch verfüge ich über ein fachspezifisches, Flora und Fauna betreffendes Studium. Ich kann Euch nur die Pflanzen und Tiere zeigen, von denen ich über Aufnahmen verfüge und ich kann nur das grundlegende Wissen wiedergeben, das ich mir über ebendiese angeeignet habe. Solltet Ihr umfassendere Informationen über einzelne Tier- und Pflanzenarten wünschen, ist Euch entsprechende Fachliteratur die größere Hilfe.

Kroatien – ein Reptilienparadies

Kleine Eidechsenarten wie beispielsweise Zaun- und Smaragdeidechsen findet man auch in Kroatien in hoher Anzahl. Dank des milderen Klimas finden sich außerdem einige „Exoten“, nämlich Land- und Meeresschildkröten, Riesensmaragdeidechsen, Geckos und sogar Giftschlangen.

Land- und Meeresschildkröten

Meeresschildkröten bevorzugen Sandstrände und begegnet man an Kroatiens meist felsiger Küste daher selten. Einmal haben wir eine Meeresschildkröte in einer Brackwasserbucht gesehen, doch war leider keine Kamera griffbereit. Landschildkröten begegnet man in Küstennähe und diese können eine durchaus stattliche Größe annehmen. Einziger Feind der Schildkröten ist der Mensch. Vor allem Kinder sammlen die armen Tiere gerne ein und verkaufen sie für ein paar Kuna an Touristen. Mein Tipp an alle Tierfreunde: Kauft den Kindern die Tiere ab und setzt sie in der Wildnis wieder aus. Die Kinder freuen sich über etwas Taschengeld und die Schildkröten über die wiedergewonnene Freiheit. Nur bitte nicht mit nach Hause nehmen!

Riesensmaragdeidechsen

Der Anblick einer ausgewachsenen Riesensmaragdeidechse ist sehr beeindruckend, weil ihr Schuppenpanzer leuchtend grün ist, was sie zu einem wahren Blickfang macht. In Kroatien lebt diese Art vorwiegend in küstennahen Gebieten, ernährt sich von kleineren wirbellosen Tieren und kann über 50 cm lang werden. Ihr größter Feind ist der Straßenverkehr. Will man Riesensmaragdeidechsen einmal live sehen, so ist wie bei allen wechselwarmen Tieren der frühe Morgen die beste Tageszeit, wo die Tiere nach der Kälte der Nacht noch nicht so flink sind und gerne das Sonnenlicht aufsuchen. Mir ist bislang ein Foto (siehe links unten) von einer etwa 40 cm langen Riesensmaragdeidechse gelungen. Fühlt eine Riesensmaragdeidechse sich bedroht, faucht und schnappt sie. Und hat sie erst einmal zugebissen, lässt sie nicht mehr los. Bitte haltet also Eure Hunde von ihnen fern!

Geckos

Meines Wissens sind Geckos in Kroatien nicht heimisch, sie fühlen sich dort aber sehr wohl. Geckos findet man überall dort wo die Winter mild sind, also in Küstennähe. Diese Tiere sind sehr flink und selbst war ich noch nie auf „Geckojagd“, doch will man welche sehen, ist die beste Tageszeit nach Sonnenuntergang in der Nähe menschlicher Behausungen.

Schlangen

Schlangen begegnet man in Kroatien nicht selten. Dort sind ca. 15 Schlangenarten beheimatet, darunter die giftige Europäische Hornotter, in Kroatien „Poskok“ genannt. Dieser Art begegnet man in den mediterranen Klimazonen Kroatiens sowie in den küstennahen Gebirgen. Selbst bin ich einer Hornotter drei mal begegnet. Schlangen sind sehr scheu und suchen sofort das Weite, wenn sich ein Mensch oder großes Tier ihnen nähert. Dies ist auch der Grund, warum ich Euch leider nur ein Foto einer flüchtenden (ungiftigen) Vierstreifennatter zeigen kann.

Eine Vierstreifennatter sucht das Weite

Hinweis: Wie alle wechselwarmen Tiere sind auch Schlangen morgens noch sehr starr und können daher leicht überrascht werden. Darum Vorsicht bei morgendlichen Wanderungen, macht Euch stets bemerkbar und lasst den Tieren genügend Raum zur Flucht. Fast alle Schlangenarten stehen übrigens unter strengem Schutz und dürfen keinesfalls gefangen oder gar getötet werden!

Blavor

Eine Besonderheit stellt die sog. „Blavor“ dar, die wie unsere heimische Blindschleiche nicht zu den Schlangen zählt. Dieses Reptil wird bis zu anderthalb Meter lang und ist häufig anzutreffen. Man erkennt die Schleichen stets an der echsenartigen Kopfform, Schlangen haben im Vergleich zum Rest des Körpers einen ausgeprägten Kopf.

Insekten und Spinnentiere

Zweifellos ist Kroatien ein wahres Paradies für alle, die sich für Insekten und Spinnentiere interessieren. Dank der dünnen Besiedelung und vielfältigen Vegetation haben viele Insektenarten, die vielerorts in Mitteleuropa längst Geschichte sind, noch eine Chance. Hirschkäfer beispielsweise benötigen zum Überleben totes Eichenholz, doch reine Eichenwälder sind in vielen Teilen der Welt rar geworden. In Kroatien aber finden sich noch große Bestände an Eichenwald. Besonders im Frühling, wenn die Blumen blühen, kann man Schmetterlinge in Massen beobachten. Viele Insektenarten sind in Kroatien daheim, wie z. B. Hirschkäfer, Rosenkäfer, viele Bockkäferarten und Pillendreher. Weiters gibt es viele verschiedene Schreckenarten, ein prominentes Beispiel ist die Gottesanbeterin, eine große Fangschreckenart. Meiner Frau Barbara sind tolle Fotos einer Gottesanbeterin gelungen:

Weitere bedeutende Lebensräume finden Insekten an den zahllosen Wasserläufen Kroatiens. Auch dort kann man eine große Anzahl an Insekten beobachten.

Neozoen

In den letzten 10 Jahren hat sich auf der Balkanhalbinsel die Asiatische Tigermücke sehr stark verbreitet. Im Gegensatz zu den heimischen Mückenarten ist diese Art nur untertags aktiv. Tigermücken bevorzugen schattige Plätze mit viel Grün. Besonders heimtückisch: sie fliegen lautlos und ihnen ist egal, ob man sich bewegt. Einziger Schutz ist Kleidung aus festem Stoff und das Abbrennen von Räucherspiralen.

Spinnentiere

Wo es viele Insekten gibt sind Spinnentiere ebenfalls nicht weit. In Kroatien überall zahlreich vorkommend sind Radnetzspinnen wie die Kreuzspinnen. Diese gibt es in allen Varianten und sie können eine stattliche Größe annehmen. Neben den Kreuzspinnen gibt es viele weitere Spinnenarten wie die Wolfsspinnen und die Europäische Schwarze Witwe. Hinweis: Alle genannten Spinnenarten sind zwar nicht aggressiv, große Exemplare sind aber trotzdem in der Lage, menschliche Haut zu durchbeißen. Doch hält sich die Giftwirkung eher in Grenzen, lediglich der Biss einer Schwarzen Witwe kann für Allergiker riskant sein.

Über eine sehr große Spinne, die wir einmal in Kroatien überfahren auf einer Straße gefunden haben, konnte ich bis dato keine Informationen finden. Fachliteratur über die Spinnen des Mittelmeerraumes ist sehr selten.

Weitere Gattungen der Spinnentiere sind Skorpione, Zecken und Hundertfüßer. Skorpione kommen primär auf den Inseln Kroatiens vor, da dort das Klima milder ist. Alle Skorpionarten Kroatiens sind relativ harmlos und allenfalls für Allergiker riskant. Mein Tipp: Stets sollte Ihr vor Gebrauch Schuhe, Schlafsäcke usw. gründlich ausklopfen. Zecken sind am Festland kein Thema, auf den Inseln hingegen kommen sie mitunter zahlreich vor. Über ein FSME– oder Borrelioserisiko in Kroatien ist mir nichts bekannt. Spinnenläufern begegnet jeder Kroatienurlauber, denn diese Tiere leben gerne in der Nähe menschlicher Behausungen. Spinnenläufer sind nachtaktive und sehr schnelle Jäger, doch bei Störung ergreifen sie sofort die Flucht.

Spinnenläufer, ca. 5 cm lang

Umgekehrt verhält es sich mit den Hundertfüßern. In Kroatien heimisch ist der Europäische Riesenläufer, ein bis zu 10 cm langer, nachtaktiver Jäger. Achtung! Hundertfüßer greifen bei Bedrohung an und können ganz schön beißen! ihr Giftbiss ist zwar nicht lebensbedrohlich, aber sehr schmerzhaft. Ich selbst wurde einmal bei der Gartenarbeit von einem mitteleuropäischen Exemplar gebissen. Die Giftwirkung war sehr gering, doch der Biss dafür umso unangenehmer!

Schmetterlinge

Zu den angenehmeren und schöneren Zeitgenossen unter den Insekten zählen die Schmetterlinge und von denen gibt es in Kroatien eine ganze Menge Arten, darunter solche, die anderswo schon ausgestorben sind. Ein Besuch Kroatiens im Frühling bzw. Frühsommer lässt das Herz jedes Schmetterlingsfreundes wahre Salti schlagen! 🙂 Selbst Raritäten wie Apollofalter und Osterluzeifalter kommen mitunter zahlreich vor, aber sind mir leider noch nicht vor die Linse gekommen.

Wildtiere, klein und groß

Selbstverständlich lebt in Kroatien eine Vielzahl an kleinen und großen Wildtieren von der Maus bis hin zum Braunbär. Ebenso häufig wie bei uns sieht man Igel, wobei die kroatischen Exemplare sehr groß werden können. Einziger Feind dieser Tiere ist der Straßenverkehr und auch Parasiten setzen den Igeln sehr zu. Achtung! Bitte haltet Eure Haustiere von den Igeln fern! Unser Hund kam in Kroatien einmal einem Igel zu nahe und brachte prompt Flöhe als Urlaubsmitbringsel mit nach Hause.

Mittelgroße Wildtiere

Wie daheim auch gibt es in Kroatien Füchse. Weitere mittelgroße Wildtiere sind Goldschakale und Vielfraße. Eine Begegnung mit diesen scheuen Tieren ist unwahrscheinlich, am ehesten kann man sie im dünn besiedelten Hinterland und in den Gebirgsregionen beobachten. Selbst habe ich noch keinen Vielfraß oder Goldschakal gesehen, nur deren Hinterlassenschaften.

Große Wildtiere

Auch in Kroatien leben große Wildtiere wie Rehe und Hirsche. In den Bergregionen Kroatiens findet man außerdem Populationen von Gämsen, Wildschweinen und sogar Wildpferden. Große Wildtiere wie Bären und Wölfe leben bevorzugt in den dünn besiedelten Regionen der Balkanhalbinsel wie beispielsweise der Lika, dem Gorski Kotar und den Bergen Bosnien-Herzegovinas. In küstennahen Gefilden oder auf den Inseln fehlen sie. Wir sind sehr viel im kroatischen Hinterland unterwegs und hatten noch nie eine Begegnung mit diesen Tieren, sondern sahen lediglich deren Hinterlassenschaften. Mein Tipp: Bären, Wölfe und Wildschweine sind normalerweise sehr scheu und der Mensch passt ohnehin nicht in ihr Beuteschema. Macht bei Wanderungen deutlich auf euch aufmerksam, indem Ihr z. B. redet, denn so verschafft man diesen Tieren genügend Zeit zum Rückzug. Bären und Wildschweinen mit Jungtieren solltet Ihr aber unbedingt aus dem Weg gehen!

Reisetipp für alle Bärenfreunde: Im Nationalpark Nördlicher Velebit befindet sich eine Aufzuchtstation für Bärenwaisen, die später wieder ausgewildert werden. Selbst war ich noch nie dort, aber ein Besuch soll sich definitiv lohnen.

Alles was fliegt…

Bedingt durch ein weitgehend intaktes Habitat und der Vielzahl an Insekten leben in Kroatien viele verschiedene Vogelarten. Im Velebit leben zudem große Populationen von Alpendohlen und Felsenschwalben, im Gegensatz zu ihren Artgenossen in den Alpen sind die Alpendohlen im Velebit bei weitem nicht so frech und gefräßig. Einige Vogelarten wie beispielsweise Tauben und Schwalben suchen die Nähe zum Menschen bzw. werden in Kroatien sehr verehrt, vor allem Schwalben und Möwen genießen bei den Einheimischen ein sehr hohes Ansehen. Böse Zungen aber behaupten, dass das ganz anders wäre, würden Möwen schmecken – die kroatische Küche gilt ja gemeinhin als sehr fleischlastig. 😉

Eine besondere Sichtung hatten wir bei der Beobachtung eines Schwalbennestes: In einem Nest befanden sich drei junge Schwalben, die aber nicht nur von der Schwalbe, sondern auch von einem Sperling gefüttert wurden. Über dieses sonderbare Verhalten habe ich bis dato noch nichts herausgefunden. Eine Theorie wäre, dass der Sperling möglicherweise seine Brut verloren hat und seinen Brutpflegeimpuls daher anderen Jungvögeln zukommen lässt.

Und begibt man sich einmal in die Unterwelt Kroatiens, kann man Fledermäusen begegnen. Die fliegenden Säuger sind übrigens alles andere als scheu und fliegen nicht, wie oft in Filmen gezeigt, bei einer Störung fluchtartig los. Im Juni hatte ich erstmals die Chance, in einer Höhle Fledermäuse zu fotografieren, unten seht Ihr meine fotografische Ausbeute. Fast ganz Kroatien ist mehr oder weniger komplett unterhöhlt und eine Höhlenbesichtigung ist ein unvergessliches Erlebnis – jedoch nichts für klaustrophobische Naturelle! Achtung! Solltet Ihr – egal wo – eine Höhle auf eigene Faust erkunden, dann informiert andere über Euer Vorhaben, nehmt eine gute Ausrüstung mit, tragt festes Schuhwerk und seid in jedem Fall sehr, sehr vorsichtig! Und schützt die Natur, d. h. Finger weg von allem, was Ihr in einer Höhle vorfindet!

Kroatiens Flora

Die Vegetation und Pflanzenvielfalt ist einer der größten, die ich in Europa je gesehen habe. Die Vegetation Kroatiens ist überall sehr üppig und vielfältig. Sowohl ausgedehnte Wälder als auch weite Polja findet man fast überall. Meist bestehen Kroatiens Wälder aus reichen Buchen- und Eichenbeständen, in den Bergregionen findet sich zudem eine Fichtenart, über die ich aber leider nicht mehr weiß, außer dass sie bevorzugt auf der Balkanhalbinsel vorkommt. In Küstennähe und auf vielen Inseln gibt es Pinien- und Kiefernwälder, die häufig im Zuge von Aufforstungsmaßnahmen entstanden sind. In den Polja wachsen meist üppig blühende Wiesen und vereinzelt etwas Buschwerk, aber es gibt auch eine Besonderheit: oft sind weite Flächen von Farn bewachsen, eine Pflanze, die in unseren Breiten nur in schattigen Habitaten zu finden ist. Wusste nicht, dass es auch sonnenhungrige Farnsorten gibt!

Agrikultur

Auch in Kroatien wird Landwirtschaft betrieben, wenn auch längst nicht mehr in dem Maße wie vor dem Zerfall Jugoslawiens. Der Osten Kroatiens, wo die fruchtbaren Flusstäler von Save und Donau liegen, ist als Kornkammer bekannt. Weiters wird in Teilen Slawoniens und auf vielen Inseln Weinbau betrieben, weiße und rote Weine Kroatiens sind von einer Spitzenqualität, jedoch auf dem Weltmarkt unbekannt. Olivenanbau wird nur in Küstennähe betrieben, Obst- und Gemüseanbau ist zwar möglich, aber spielt eine weniger herausragende Rolle. Ausnahme sind das Neretva-Delta, wo man Mandarinen anbaut, die Region östlich von Zadar, aus der die berühmte Maraschino-Kirsche stammt und natürlich die Zwetschgenbäume, die in fast jedem Garten stehen und aus deren Früchten man gerne den Šljivovica brennt. In Küstennähe, wo die Bura herrscht, versucht man seit Jahrtausenden, der Natur Boden abzutrotzen, indem man urbare Flächen von größeren Steinen befreit und diese Steine zu akkuraten Trockenmauern aufschlichtet, mit denen man die Acker- und Weideflächen vor dem Wind schützt.

Üppige Blumenpracht

Wer Blumen mag und teils seltene Arten in freier Wildbahn sehen möchte, der ist in Kroatien genau richtig. Besonders im Frühling kann man eine Vielfalt erleben, die heute nicht mehr selbstverständlich ist. Wir haben in Kroatien schon einige sehr seltene Pflanzenarten gesichtet wie beispielsweise eine dunkelrote Variante der Türkenbundlilie und eine hellgelbe Variante des Fingerhutes. Lange Rede, kurzer Sinn – seht Euch einfach die Fotos an:

Tipp: Auch für die Nicht-Alpinisten unter den Blumenliebhabern lohnt es sich, im Frühling Touren in den Velebit zu unternehmen. Die beste Zeit hierfür ist zwischen April und Juni und für Ortsunkundige werden mancherorts sogar geführte Blumensafaris organisiert. Viele Pflanzen sind auch in Kroatien streng geschützt und dürfen keinesfalls gepflückt oder gar ausgegraben werden! Bitte helft, diese einzigartige Blumenpracht zu schützen, damit auch zukünftige Generationen eine Freude daran haben können.

Sonderform Karst

In Küstennähe und auf vielen, dem Festland direkt vorgelagerten Inseln kann Kroatiens Vegetation aber auch sehr spärlich ausfallen. Grund hierfür ist die Verkarstung des Bodens. Besonders auffällig ist dies an den südlichen Enden der Inseln Krk und Rab sowie an der gesamten östlichen Küste der Insel Pag, wo es vielerorts wie in einer Steinwüste aussieht.

Der Grund für die kahlen Küstenstreifen liegt aber nicht, wie oft fälschlich angenommen, in der Abholzung der Wälder, sondern vielmehr am berühmt-berüchtigten Fallwind namens Bura, der im Laufe der Zeit alles Erdreich davonfegte und der Vegetation dadurch das Leben schwer macht. Bäume haben in dieser Zone keine Chance zu überleben, lediglich robuste Pflanzen wie z. B. Tamarisken und Wacholder sind hart im Nehmen. Die Vielfalt im Karst offenbart sich oft erst auf den zweiten Blick, hauptsächlich wachsen dort robuste und dornige Pflanzenarten wie Disteln und Mannstreu, aber auch eine Menge wasserspeichernder Fettkrautarten. Es wäre absolut falsch zu behaupten, dass der Karst nichts weiter als eine steinige und lebensfeindliche Einöde sei. Man muss nur etwas genauer hinsehen, um zu erkennen, dass auch der Karst ein schützenswerter Lebensraum für viele Pflanzen- und Tierarten ist.

Eine Art Fazit

Kroatien kann dank seiner klimatischen Dreiteilung mit einem besonders hohen Artenreichtum punkten, die meist eher dünne Besiedelung des Landes von nur 75 Einwohnern pro km² (zum Vergleich: in Österreich sind es 104 Einwohner und in Deutschland sogar 230) lässt der Natur genügend Freiräume. Die Balkanhalbinsel, besonders Kroatien kann man daher als heißen Tipp für alle naturbegeisterten Menschen bezeichnen. Meine Empfehlung habt Ihr und ich denke, alle gezeigten Fotos sprechen für sich. Wenn Ihr euch in die Natur begebt, denkt bitte immer daran, dass Ihr den Lebensraum anderer Lebewesen betritt. Darum verhaltet Euch rücksichtsvoll und hinterlasst die Natur stets so, wie ihr sie selbst gerne vorzufinden wünscht.

Das war Teil 2 meiner Kroatien-Trilogie. Über Feedback in jedweder Form würde ich mich sehr freuen. Ebenso würde ich mich freuen, wenn ich Euch in Teil 3 wieder als Leser begrüßen darf und Ihr meinen Blog weiterempfehlt.

Bis bald! 🙂

Diese Trilogie ist folgenden Personen gewidmet:

  • Ladislaw Hubatschek (1922 – 2016)
  • Margaretha Pomaroli (1928 – 2016)
  • Johanna Dellemann (1949 – 2016)
  • Kurt Pomaroli (1926 – 2015)
  • Anton Hubatschek (1947 – 2009)