Fuerteventura

Titelcollage FUE

Ein Blogpost über eine schnöde Sommer-Sonne-Sandstrand-Pauschalreise wie sie Reisebüros oder Discounter im Angebot haben? Nein, weit gefehlt, denn sonst würde ich nicht darüber schreiben! Ich kannte die Kanaren nur von Fotos und besonders FUE zog mich in seinen Bann – nein, ich meine nicht diese stereotypen Aktfotos von Strandschönheiten mit wehendem Seidentuch. 😉 Wer mich kennt, der weiß, dass ich den Kontrast aus Vulkanismus, Wasser und Wüste sehr gerne mag und wo sonst bekommt man den nur ein paar Flugstunden von Österreich entfernt, wenn nicht auf den Kanaren?

Wer die Kanaren bereist, verlässt das geografische Europa, die Kanaren gehören zu Afrika und entstanden über einem vulkanischem Hotspot. Meine Frau und ich residierten an der Nordwestküste, El Cotillo, netter kleiner Ort, nicht überlaufen, keine Partyhochburg, viele Surfer, tolle Restaurants und endlose, aber wilde Traumstrände, an denen Badende äußerste Vorsicht walten lassen sollten, wenn sie nicht als Fischfutter oder Treibgut in Miami Beach enden wollen. Für viele dieser Strände gilt das gleiche wie für o. g. Damen: Nur gucken, nicht anfassen! 😉 Nicht weit entfernt: Lajares, ein kunterbunter Surferort, der viele Manufakturen beherbergt, die z. B. aus alten Surfsegeln, Treibgut und Plastikmüll tolle Dinge erschaffen sowie ergraute Aussteiger, die in den 80er Jahren zum Surfen kamen – und blieben. Der Surferort Lajares liegt übrigens 6 km vom Meer entfernt. Wer im Norden der Insel residiert, kann einen der zahlreichen Vulkane besteigen sowie Canyons wie z. B. den Barranco Hondo durchwandern und sich dabei fühlen wie ein Wüstenforscher. Oder das Surfen lernen, denn im Westen und Norden sollen die besten Wellen sein. Ebenfalls sehenswert der Parque Rural de Betancuria im ältesten und gebirgigsten Teil der Insel. Nach Betancuria, dem einstigen Hauptort der Insel, führt eine schöne Passstraße. Nicht weit entfernt Ajuy mit seinen Höhlen am Strand, die einst als Piratenverstecke dienten. Doch wo Licht ist ist auch Schatten. Die Auswirkungen des spanischen Immobilienbooms bekommt man in Form zahlloser Bauruinen vor allem an der Ostküste zu Gesicht. Zum Glück für FUE fand der Boom ein jähes Ende, zurück bleiben verfallende Zeugnisse dafür, zu was Größenwahn und Dummheit führen.

Was mir an FUE gefallen hat? Dass es nicht so heiß war, den überall präsenten Vulkanismus, den archaisch-wüstenhaften Charakter der Landschaft, die wilde Westküste mit ihren steilen Klippen und endlosen Sandstränden, das intensive Türkisblau des Atlantiks, die wilde Mischung aus Surfern, Wanderern, Freaks und Pauschalreisenden, die ungeahnt vielseitige Inselküche, tolle Restaurants, in denen Kellner den Status von Rockstars genießen, dass es kanarische Zigarren gibt, gutes kanarisches Bier und – wer hätte das gedacht! – dass FUE trotz seiner Strände und leichten Erreichbarkeit nicht allzu überlaufen ist. 🙂

Wie auch immer… ein mehrwöchiges Insel-Hopping auf den Kanaren ist in Planung. Viel Spaß mit den Fotos und allzeit Gut Licht.

Ein Kommentar bei „Fuerteventura“

  1. Hola!
    Teneriffa und Gran Canaria kenne ich ein bißchen. Fuerteventura tanzt aus der Reihe. Beeindruckend muß die Caldera sein. Kulinarisch sind die Kanaren einmalig. Besonders angetan haben es mir Gambas ai aijillo und natürlich die Paella. Passen die Krabben auf den Felsen auch in einen Kochtopf?
    Ich liebe steile, zerklüftete Steilküsten sowie karge, baumlose Gegenden, die an die Wüste erinnern.
    Die Fotos zeigen einen Querschnitt aus Urlaubsfotos mit hinreißenden Landschafts- und Stimmungsaufnahmen, die meine Geduld für die Show auf die Probe stellen.
    Gracias. Hasta luego!
    Pedro

Schreibe einen Kommentar