Hallo Daniel, was hat das Nikon AF-S NIKKOR 50mm 1:1,8G so drauf?

Danke für Dein Interesse. Aber so lange besitze ich es noch gar nicht und darum möchte ich nur ein Fazit unter Vorbehalt loswerden. Doch mein erster Eindruck von dieser Festbrennweite ist ein sehr guter, und mit dem 50er geschossene Fotos gibt es auch schon einige. Und die zeige ich Dir gleich – natürlich erst, nachdem ich Deine Fragen beantwortet habe! 🙂

Du hast es Gebraucht gekauft. Warum keine Neuware?

Aus ökonomischen Gründen. Neuware kostet naturgemäß mehr und ich mag das gute Gefühl, gespart zu haben, da auch mir das Geld nicht zufliegt. Hat man eine gute und seriöse Quelle für gebrauchte Fotoausrüstung, spricht alles für Gebrauchtkäufe. Das 50mm habe ich bei Amazon in einwandfreiem Zustand für nur 139€ erworben. Der Neupreis liegt derzeit bei um die 180€ – zu teuer!

Aber damit gehst Du das Risiko ein, defekte / beschädigte Ware zu erhalten!

Mag sein, aber ich vertraue, den Artikelzustand betreffend, auf die Angaben und das Urteilsvermögen des Verkäufers. Ein wenig Misstrauen schadet nie, aber man kann es damit auch schnell übertreiben!

Klein, aber fein. Das Nikon AF-S NIKKOR 50mm 1:1,8G.

Warum hast Du eigentlich ein 50mm gekauft?

Nachdem ich wie berichtet das Sigma 18-35mm f1,8 gekauft habe, hatte ich zwar endlich meine „Traum-Optik“ auf der Kamera, doch hin und wieder fehlte ihr doch ein wenig „oben herum“. Immer häufiger kam es vor, dass mehr als 35mm ganz nett gewesen wären, z.B. wenn ich ein Motiv trotz Abstand „näher bei mir haben“ wollte, ohne auf die atemberaubende Qualität des Sigma verzichten zu müssen. Weiters liebäugele ich immer häufiger mit der Portrait-Fotografie, und auf einer Nikon mit DX-Sensor (z.B. meine D5200) ist das 50mm mit der Bildwirkung von 75mm bei Kleinbild (=Vollformat) wie geschaffen!

50mm sehen aus wie 75mm auf Kleinbild?

Multipliziert man die Brennweite bei Crop mit dem Wert 1,5 (1,6 bei Canon), erhält man das sogenannte „Kleinbild-Äquivalent“. Darum sehen 50mm auf einer DSLR mit Crop-Sensor aus wie 75mm auf einer Kleinbildkamera mit ihrem doppelt so großem Sensor. Alles klar?

Wie findest Du die Haptik des Nikon AF-S NIKKOR 50mm 1:1,8G?

Durchschnittlich. Das Gehäuse besteht zwar aus Kunststoff, aber wirkt nicht billig. Einzig das Bajonett besteht nicht aus Kunststoff, sondern aus Metall. Der Fokussierring könnte etwas präziser sein, meist fotografiere ich aber mit dem Autofokus, insofern kein Thema. Der Fokus kann trotz Autofokus manuell nachgestellt werden, d.h. hat man automatisch fokussiert, kann man im M/A-Modus manuell in die Fokussierung eingreifen.

Ist der Schalter auf "M/A" gestellt, kann man trotz Autofokus manuell fokussieren.

Wie findest Du die Optik des Nikon AF-S NIKKOR 50mm 1:1,8G?

Fantastisch! Die Fotos, die ich mit dem 50mm und der Nikon D5200 mit ihrem 24,1MP-Sensor bereits gemacht habe, überzeugen mich in Puncto Schärfe voll und ganz. Die Blende besteht aus 7 Lamellen, kann bis f1,8 geöffnet werden und erzeugt ein ruhiges Bokeh sowie ein harmonisches Gesamtbild. Eine starke Verzeichnung der Aufnahmen ist mir nicht aufgefallen, hier sehe ich kaum Korrekturbedarf in der RAW-Entwicklung.

Eure Gelegenheit, die Blendenlamellen zu zählen. :-)

Was muss man bei diesem Objektiv beachten?

Eine Blende von f1,8 erfordert sehr präzises Fokussieren, da man jede noch so minimale Fehlfokussierung sofort sieht! Also gnadenlos Blende aufreißen, fokussieren und auslösen läuft daher oft nicht wunschgemäß. Hat ein Motiv deutliche Kontraste, solltest Du abblenden, weil es sonst zu „überstrahlten“ Kanten kommen kann. Weiters stellt es erst ab einem Mindestabstand von ca. 32cm scharf, wodurch es für die Fotografie von Insekten und Blumen weniger gut geeignet ist.

Für welche Kameras ist das 50mm geeignet?

Das 50mm kann sowohl auf Nikons DX-DSLRs als auch auf FX-DSLRs verwendet werden. Da es sich um ein „AF-S-Modell“ handelt, kann es dank integriertem Autofokus-Motor auch an Nikons Einsteiger-DSLRs ohne eigenem Fokus-Motor betrieben werden. Bitte vergesst nicht, dass 50mm Brennweite wie bereits erwähnt auf DX einen geringeren Bildwinkel haben als auf FX.

Für welche Art der Fotografie ist das 50mm geeignet?

Da man in der Kleinbild-Fotografie eine Brennweite von 85mm als „typische Portrait-Brennweite“ bezeichnet, ist auf DX das 50mm mit seinem Kleinbild-Äquivalent von 75mm wie dafür geschaffen! Ich persönlich sehe seinen Anwendungsbereich vor allem auf DX ebenfalls in der Portrait-Fotografie (nicht nur Menschen!). Für Insekten und Blumen halte ich es wie bereits erwähnt für weniger gut geeignet.

Wem würdest Du das 50mm empfehlen?

Wer gerne anspruchsvoll fotografiert, mit DX gerne Portrait-Fotografie betreibt, wer gerne mit Offenblende arbeitet und auf harmonische Fotos mit weichem Bokeh und exzellenter Schärfe steht, der sollte zuschlagen.

Wem würdest Du das 50mm nicht empfehlen?

Wer mit den Begriffen „Offenblende“, „Bokeh“ und „Freistellung“ nichts anzufangen weiß oder eine Megazoom-Linse verwendet und damit glücklich ist, der würde mit dem Kauf des 50mm nur sein Geld zum Fenster hinauswerfen. Und ob Fotografen und Filmer, die auf die manuelle Fokussierung unbedingt angewiesen sind, mit dem Fokussierring glücklich werden, wage ich auch zu bezweifeln.

Wie lautet Dein Fazit?

Die Haptik des Nikon AF-S NIKKOR 50mm 1:1,8G verdient 3 von 5 Sternen, seine Optik 5 Sterne, somit würde ich ihm insgesamt 4 Sterne geben. Den Neupreis von derzeit ca. 180€ halte ich jedoch für überzogen und hätte es für den Preis auch nicht gekauft. Meine Empfehlung lautet darum, diese Linse entweder auf dem Gebrauchtmarkt zu erwerben oder abzuwarten. Doch vom Neupreis abgesehen hast Du meine Empfehlung für das Nikon AF-S NIKKOR 50mm 1:1,8G!

Ist ja gut jetzt! Zeig uns doch ein paar Fotos!

Bevor ich das tue, möchte ich darauf hinweisen, dass dies kein akademischer Test ist. Ich traue meinen Augen und teste meine Objektive, indem ich damit fotografieren gehe. Hier ein paar Fotografien aus den Rubriken Landschaft, Tier und Pflanzen. Klicken oder tippen macht übrigens Foto groß 🙂

Blick ins Obere Inntal. Bel.zeit: 1/1250 sek; Blende: f8; ISO: 400 Die Lechtaler Alpen am Horizont. Bel.zeit: 1/1250 sek; Blende: f8; ISO: 400 Blick ins Puittal. Bel.zeit: 1/3200 sek; Blende: f8; ISO: 800 "Regenwald". Bel.zeit: 1/1250 sek; Blende: f5,6; ISO: 400Bel.zeit: 1/4000 sek; Blende: f2,8; ISO: 100 Bel.zeit: 1/125 sek; Blende: f2,8; ISO: 100 Bel.zeit: 1/125 sek; Blende: f2,8; ISO: 800 Bel.zeit: 1/250 sek; Blende: f8; ISO: 400Bergahorn. Bel.zeit: 1/640 sek; Blende: f8; ISO: 100 Ehrenpreis, Blütendurchmesser: ca. 5mm. Bel.zeit: 1/640 sek; Blende: f4,5; ISO: 400 Stiefmütterchen, Blütendurchmesser: ca. 1 cm. Bel.zeit: 1/640 sek; Blende: f2,8; ISO: 400 Enzian. Bel.zeit: 1/800 sek; Blende: f4,5; ISO: 400

2 thoughts on “Hallo Daniel, was hat das Nikon AF-S NIKKOR 50mm 1:1,8G so drauf?

  1. Hallo Daniel, das 50er ist, wie du schreibst, praktisch Pflicht. Die Lichtstärke von 1.8 ist sehr hilfreich, wenn man damit umzugehen weiss. Den Neupreis finde ich auch ziemlich überzogen. Das 50er für die Canon EF-S kostet neu 81 €.
    Interessant wären ein paar Zeilen zu ‚Schutzfilter‘ und vorallem über Sonnenschutzblenden, die ich für sehr wichtig halte. Schutzfilter schützen die Frontlinse vor Kratzern :-), verursachen aber leider oftmals Geisterbilder.
    Vielleicht magst Du Deine Erfahrungen dazu mitteilen.

    Syih
    Peter

    • Meine Empfehlung ist, auf Schutzfilter aller Art generell zu verzichten, da jede zusätzliche Glasschicht das Bild nicht verbessert (Stichwort: „Geisterbilder“). Will man darauf nicht verzichten, sollte man möglichst auf Markenware (z.B. von Hoya) zurückgreifen. Zu Nikons 50mm existiert eine Sonnenblende namens „HB-47“, kostet neu aber ebenfalls unverschämt viel (ca. 25-30€). Gibt aber Alternativen, die nur ein Drittel des Originles kosten. Sowohl Sonnenblende, als auch Schutzfilter sind beim 50mm m.E. nicht zwingend erforderlich, weil die Frontlinse recht tief im Gehäuse liegt.

      Hoffe, das hilft Dir weiter.

      LG

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