Ja, der Winter…

Eines ist sicher: Rational betrachtet ist der Winter keine schöne Jahreszeit. Es ist kalt, die Tage sind kurz, die Nächte endlos, Schnee und Eis sind eine Gefahr, frische Nahrung ist Mangelware, … nun könnte man die Aufzählung aller Nachteile beliebig fortführen. Aber wäre es vernünftig, immer alles unter rein rationalen Aspekten zu betrachten?

Einen zweiten Blick riskieren.

Während der Frühling unsere Sinne mit seiner Wärme, seiner Blütenpracht und dem überall erwachenden Leben direkt anspricht, muss man bei den übrigen Jahreszeiten, besonders häufig aber im Winter, oft einen zweiten Blick riskieren. Erst dann wird man die vielfältigen Formen, die gefrorenes Wasser bilden kann, erkennen und das unbeschreiblich goldene Licht der Wintersonne zu schätzen wissen.

Privilegien entdecken.

Häufig erscheint uns das Leben im typischen Postkartenidyll eines tropischen Paradieses als einfacher und lebenswerter, doch alle Unannehmlichkeiten, die das Leben nun einmal so mit sich bringt, bleiben einem nirgendwo auf der Welt erspart. Und statt immerwährendem Grün und einem endlosen Sommer genieße ich für meinen Teil das Privileg, Jahreszeiten mit all ihren Facetten erleben zu dürfen. Und das an einem besonderen Flecken Erde: nämlich den Alpen!

Hätte ich keinen zweiten Blick riskiert, wären die hier gezeigten winterlichen Impressionen aus der Leutasch trotzdem entstanden? Wäre ich rational geblieben, hätte ich die beheizte Wohnung überhaupt verlassen? Wäre unser Leben nicht ein freudloses Dasein, wenn wir alle Dinge stets unter rein rationalen Aspekten betrachten würden?

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