Kleines Analogspecial. Folge 1: Die Olympus OM-1

Einige wissen es bereits und all jenen, die es noch nicht wissen, möchte ich von der Olympus OM-1, einer Kleinbild(=Vollformat)-Spiegelreflexkamera, erzählen, die sich in meinem Besitz befindet. Diese Kamera kam 1972 auf den Markt und war damals eine bahnbrechende Konstruktion. über meine Tests ihrer Funktionstüchtigkeit schreibe ich hier:

Warum getestet?

Ganz einfach! Diese Kamera hat mein Vater im Frühjahr 1977 für „schlappe“ 500 Deutsche Mark erworben, auf diversen Bergtouren und Segeltörns jahrelang intensiv genutzt, diverse male runterfallen lassen, dann das Interesse an der Fotografie verloren, die Kamera somit jahrelang im dunklen Keller verschimmeln lassen, … verschimmeln im wahrsten Sinne des Wortes, denn blickt man durch den Sucher, sieht man deutliche Spuren von Glaspilz am Prisma. Es war also keinesfalls selbstverständlich, dass aus dem ramponierten Ding noch ein brauchbares Foto rauskommt.

Das Resultat…

Ich also Filme gekauft, den ersten verknipst, zum Entwickeln gebracht, und zurück kam: Kein einziges Foto! Schon war ich kurz davor, die OM-1 in die ewigen Jagdgründe zu schicken, doch kam mir schnell der Verdacht, dass ich beim Zurückspulen des vollen Filmes die Klappe evtl. zu früh geöffnet habe und der Film somit Licht abbekam. Also neuer Versuch, neuen Film rein, Kamera auf Ausflüge mitgenommen, auf dem Balkon fotografiert, den Hund genervt, …, und nachdem nach einer gefühlten Ewigkeit der 24er-Film endlich voll war (kein Plan, warum das solange gedauert hat, 24 Fotos sind nicht viel!) ab ins Labor. Gestern kamen die Fotos und ich bin beeindruckt, zu was eine 42 Jahre alte Kamera imstande ist. Seht selbst:

Hinweis: Klicken macht Foto groß. Für die Anzeige des Bildtitels einfach mit dem Mauszeiger auf die Fotos deuten.

Terry – immer wieder ein (hoffentlich) dankbares Fotomodell. Der Hechenberg in Innsbrucks Westen. Lavendelblüten. Blick in das Sellraintal.

Mir ist klar, dass das nicht die spannendsten Fotos der Welt sind, aber ich wusste ja nicht, ob die Kamera funktioniert und habe somit primär Testfotos geschossen. Also bitte nicht hauen! 🙂

Mein Fazit zu Analogfotografie und Olympus OM-1

Ich bin echt beeindruckt, von der Qualität der Fotos gleichermaßen wie von der Robustheit und Verarbeitung der Kamera! Obwohl sie wirklich einiges mitgemacht hat und jahrelang in feuchten Kellern lag, liefert die OM-1 in Kombination mit dem Zuiko gleich gute Leistung wie kurz nach dem Kauf. Ich habe meine Zweifel daran, dass auch nur irgendeine Kamera der heutigen Zeit in 40 Jahren noch so gut funktionieren würde – vor allem nach dieser, häufig eher unfeinen „Behandlung“!

Macht analoge Fotografie anno 2014 noch Sinn?

Unter rein rationalen Aspekten gesehen Nein. Machen wir uns nichts vor, Analogfotografie ist und bleibt Technik von gestern. Ich kann Aufnahmen bei Tag und im Dunkeln nicht mit dem selben Film machen, ob ich während der Aufnahme Mist gebaut habe, zeigt sich erst beim Abholen der fertigen Fotos und ich musste die Fotos für den Beitrag z.B. erst einmal einscannen. Kurzum: Ich werde jetzt definitiv nicht meinen Liebling D5200 links liegen lassen. Ich schätze die fotografischen und technischen Möglichkeiten, die mir die heutige Digitalfotografie bietet, und möchte diese keinesfalls missen! Mich beeindruckt lediglich die Unverdrossenheit, mit der die OM-1 noch tolle Bilder abliefert sowie ihre unglaubliche Robustheit und der allenfalls hörbare Spiegelschlag während des Auslösens. Das bedeutet, dass ich die OM-1 zukünftig auf jeden Fall auf die ein oder andere „Spezialmission“ mitnehmen werde, denn geile Fotos sind auch mit ihr problemlos möglich! 😉

Fortsetzung folgt…

2 Kommentare bei „Kleines Analogspecial. Folge 1: Die Olympus OM-1“

  1. Peter Pichler sagt:

    Hallo Daniel, mir fällt gerade ein… die Nikon FE2, die Festbrennweiten… viel Glas, viel Metall, nostalgische Präzission, Hightech vor 30 Jahren. Demnächst gibts Probeaufnahmen. Cu Peter

    1. Cool! Denn ich benötige Material für das Analogspecial Teil 2! 😉

Kommentare sind geschlossen.