… mit einem Stück Sibirien im Herzen

Nun sitze ich wieder daheim in der Zivilisation. Das Abenteuer Sibirien ist Geschichte, 1.600 Fotos und über 2 h Videomaterial warten nun darauf, zu Schmuckstücken gemacht zu werden. Freilich freue ich mich, wieder daheim zu sein, doch meine Erinnerungen und Gedanken sind noch sehr frisch. Wir waren 16 Tage in Sibirien, begannen unsere Tour in Novosibirsk, bewegten uns über Bijsk Richtung Kosch-Agatsch, wo wir die befestigten Straßen verließen und nach Südost Richtung Kyzyl-Khaya und dann entlang der mongolische Grenze fuhren. Mehrere Tage hielten wir uns in völliger Wildnis in einem Hochtal ca. 20 km südwestlich von Mugur-Aksy auf und errichteten dort unser Lager für die Besteigung des 3.970 m hohen Mongun-Taiga. In der zweiten Woche machten wir uns auf den langen Weg nach Norden in die Taiga entlang des Flusses Ona und dann über Abakan nach Krasnojarsk, wo unsere Reise im Stolby Naturpark einen herrlichen Ausklang fand. Die Region, in der wir uns bewegten, entspricht etwa der Größe Deutschlands – klingt nach sehr viel, gemessen an der Größe Sibiriens aber doch nur ein Kratzen an der Oberfläche.

Mein Expeditionsgepäck für Sibirien. Kaum zu glauben, passt aber alles in eine 85 l Packtasche sowie einen 30 l Rucksack

16 Tage Sibirien bedeuteten für uns ein Dasein meist fern der Zivilisation: Häuser, Betten, fließend Wasser, Duschen, sanitäre Anlagen, Kühlschränke, Supermärkte, Strom, Mobilfunk, Internet oder gar feste Straßen? Meist Fehlanzeige! Ein Dach über dem Kopf, sauberes Wasser, Brennholz, Proviant, funktionierende geländegängige Fahrzeuge, Treibstoff, eine intakte Brücke oder gar Asphalt sind in Sibirien der wahre Luxus und ein kühles Bier, Vodka und Zigaretten der Marke Belomorkanal versüßen das Leben. Ich habe die Taiga ebenso kennen gelernt wie die Tundra, die endlosen Steppen, wie man sie aus der Mongolei kennt und die kargen, wüstenartigen Hochebenen an der Grenze zur Mongolei und zu Füßen des Altai. In der vom mongolisch-asiatischen Kulturraum geprägten autonomen Republik Tuwa lernte ich erstmals den Buddhismus tibetischer Prägung kennen, der mit dem Kitsch, wie er bei uns in jedem Baumarkt oder Dekoshop für ein paar Euro zu haben ist, rein gar nichts zu tun hat. Was für ein Gefühl in einem buddhistischen Tempel zu stehen! Was für ein unbeschreibliches Gefühl, als ich zusammen mit drei Bergkameraden nach einem endlos langen Anstieg endlich auf dem mächtigen vergletscherten Gipfel des Mongun-Taiga stand!

Ich habe Sibirien als schier endlose und atemberaubend schöne Wildnis und seine wenigen Bewohner als eine multikulturelle Mischung kennen gelernt, die eines gemeinsam haben: ihre Zähigkeit, Herzlichkeit und außerdem ein bewundernswertes Improvisationstalent, das man benötigt um in Sibirien zu überleben. Diesen Menschen gebührt mein Respekt! Ich bin in meinem Leben schon recht weit herum gekommen, aber halte es nicht für übertrieben, wenn ich sage, dass Russland das schönste Land ist, das ich jemals bereisen durfte. Die folgenden 55 Fotos können meine Eindrücke nur ansatzweise wiedergeben. Und so kehrte ich heim – mit einem Stück Sibirien im Herzen, der fehlende Teil wird für immer dort bleiben.

Danke an alle Mitreisenden, mit Euch würde ich ohne zu Zögern den Rest Sibiriens auch noch entdecken wollen! спасибо Россия! Danke Russland! 🙂

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3 thoughts on “… mit einem Stück Sibirien im Herzen

  1. Hallo Daniel,
    jetzt im Krankenhaus wirken die Bilder noch mehr.
    Da müsst noch mehr möglich sein.

  2. hallo daniel,
    das war ja ein richtiges abenteuer – schöne geschichte und tolle fotos – da bin ich schon gespannt auf mehr…..!!!

    mit berglerischen grüßen – p e t e r ;->

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