Müsste ich mein Jahr 2016 mit 12 Fotos repräsentieren…

„12 gute Fotos in einem Jahr sind eine gute Ausbeute.“ (Ansel Adams)

12 gute Fotos pro Jahr klingt zugegebenermaßen nach sehr wenig. Ich habe auch 2016 viel fotografiert und ca. 1.300 Fotos geschossen, die ich für gut genug hielt, um sie herzeigen zu können. Doch wie viele außergewöhnliche Fotos finden sich unter ihnen?

Wirklich herausragende Fotos hängen von weitaus mehr Faktoren ab als nur dem Wissen bzw. der Ausrüstung des Fotografen und nur einem kleinen Teil meiner Selektion traue ich zu, nicht nur gut, sondern auch außergewöhnlich zu sein. Diese Fotos sind meine ganz persönliche Auswahl und ich habe mich von niemandem beraten oder beeinflussen lassen. Und ich habe mir – von den 5 Kandidaten, bei denen die Würfel ohnehin schon gefallen waren mal abgesehen – die Wahl nicht leicht gemacht!

Hier sind sie also, die 12 außergewöhnlichsten Fotos aus 2016 – ein paar Zeilen, in denen ich meine Wahl erläutere, inklusive. Viel Spaß! 🙂

Was zeigt dieses Foto? Einen zugeschneiten Bachlauf – nichts weiter. Doch es hat eine surreale Anmutung und wirkt wie ein Gemälde. Ich sah dieses schlichte, wie perfekte Zusammenspiel aus Licht und Form und war sofort hin und weg.

Wolken, die vulkangleich empor steigen, Gletscher und die bedrohlich und abweisend wirkenden Felspartien sorgen für das perfekte Ambiente. Hätte eine der Komponenten gefehlt, wäre es nur ein Foto eines Alpen-3.000ers geworden und hätte es nicht bis hierher geschafft! Ich sah das Motiv und wusste sofort: Dies ist ein außergewöhliches Schwarzweißfoto!

Auch Fotos mit Schnappschusscharakter dürfen außergewöhnliche Fotos sein! Diese Schwebfliege schien mich regelrecht zu mustern und rührte sich auch dann nicht von der Stelle, als ich sie mit dem Objektiv fast schon berührte.

Auf den ersten Blick sieht man eine wunderschön gelegene, urige Almhütte. Doch wer sieht, dass diese Almhütte auch ein Zeugnis des einsamen und entbehrungsreichen Daseins ist, das Bergbauern führten? Mit diesem Foto will ich nicht nur ein oft und gerne verklärtes Idyll zeigen, sondern auch das Vermächtnis einer sterbenden Kultur.

Wasserläufe haben mich stets magisch angezogen. Dieses Motiv habe ich irgendwo im Pitztal entdeckt, den Rest des Jobs besorgten Kamera, Blende 16, Graufilter und Stativ. Und so entstand nach 30 Sekunden Belichtungszeit ein außergewöhnlich schönes Foto eines namenlosen Gebirgsbaches.

Viele Alpengletscher sind durch die Klimaveränderung zu erbärmlichen Schneefeldern verkommen. Nicht so dieses Exemplar in den Ötztaler Alpen: Majestätisch und makellos liegt er zwischen den Gipfeln. Die „Größe“ von Mensch und Tier verdeutlicht, dass in dieser archaischen Eiswelt die Naturgewalten das Kommando haben. Aber eines Tages wird wohl auch dieses Stück Erdgeschichte verschwunden sein.

Um diesen Berg zu fotografieren muss ich nur auf den Balkon. Trotzdem überrascht der 2.646 m hohe Roßkogel immer wieder mit außergewöhnlich fotogenen Momenten. Je nach Tages- und Jahreszeit entstehen völlig unterschiedliche Impressionen und manch besonderer Moment offenbart sich nur für wenige Sekunden.

Auch schlechtes Wetter kann fotogen sein. Nach einem Regenguss steigt Dampf aus einem Bergwald hervor, was eine eigenwillige und mystische Stimmung erzeugt. Ein paar herbstliche Farbtupfer deuten die Jahreszeit lediglich an. Dies ist ein Herbstfoto der völlig anderen Art und mir gefällt es darum besonders gut.

Zwei verwitterte Holzbalken und ein paar Nägel bilden dieses schlichte Kreuz, den Rest besorgen die Elemente. Noch nie habe ich in den Alpen ein schöneres Kreuz gesehen. Und darum wurde es zum Bestandteil eines in meinen Augen außergewöhnlichen Fotos.

Hier stimmt alles: Licht, Farben, Ambiente, Bildkomposition. Und so wurde diese stimmungsvolle Parkszene, die einen die wärmende Herbstsonne regelrecht spüren lässt, zu meinem Favoriten.

In einem in kalten, dunklen Farbtönen gehaltenen alpinen Ambiente sticht dieser von der Sonne erleuchtete Berg mit seinen warmen und intensiven Ockertönen besonders hervor. Diese Kontraste sind es, die das Foto außergewöhnlich machen.

Drei Birken vor bedecktem Himmel. Was soll daran außergewöhnlich sein? Im Grunde gar nichts, aber mir gefiel der intensive Hell-Dunkel-Kontrast und es ist definitiv eines meiner schönsten Naturfotos aus 2016!

 

3 thoughts on “Müsste ich mein Jahr 2016 mit 12 Fotos repräsentieren…

  1. Hallo Daniel, na bumm. Das Ötztalgletscherfoto sowie das Gipfelkreuz sind meine Favoriten.
    Was ist mit den Kroatienfotos? Da müsste doch auch was Herzeigbares dabei sein?
    SYIH…

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