Tagebuch Kroatien (2): Mars, Split, Bukovica

Hier der versprochene Teil 2 des Kroatien-Tagebuches. Der erste Teil war, wie Ihr wisst, geprägt von Stürmen, tosender See, eisigen Temperaturen und von Wolken, die die abendliche Wintersonne in ein glutrotes Licht tauchte. Wie also sollten die verbleibenden Tage verlaufen? Soviel verrate ich jetzt schon: weniger stürmisch, aber mit unvergesslichen Wanderungen, einem Besuch von Split sowie einer Zugabe an glühenden Abendwolken.

Tag 4: Neujahrstag, Badetag und DIE WOLKE!

Das Abflauen der Bura deutete sich ja bereits um Mitternacht an, nun war sie endgültig vorbei. Ein Blick zur Tür hinaus in den klaren, vormittäglichen Himmel bot ein atemberaubendes Wolkenspektakel, nämlich eine riesige, bogenförmige Föhnwolke, die sich entlang des Velebit zog. Und was macht ein Fotograf auf der Suche nach geilen Motiven? Richtig! Kaffee stehen lassen, Kamera schnappen, rein in die Klamotten und sofort raus, denn die Wolke könnte sich ja jeden Moment verändern!

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Atemberaubende Föhnmauer vor dem südl. Velebit.

Sogar eine Kleintrombe über dem Wasser konnte ich erwischen. Nur leider etwas spät, weil ich die Kamera bereits verstaut hatte. Man erkennt sie aber trotzdem:

Föhnmauer mit Kleintrombe auf dem Wasser.

Hier ist der zweithöchste Punkt des Velebit, der schneebedeckte Sveto Brdo zu sehen:

Schneebedeckter Sveto Brdo, 1.750m hoch.

Erstaunlicherweise blieb die Wolke aber stabil. Selbst nach einem ausgedehnten Frühstück inkl. Kaffee stand sie am Himmel wie eine Eins. Also wieder raus, diesmal mit Begleitung, und ein wenig Schwarzweiß-Drama vom Strand aus fotografiert:

Atemberaubende Föhnmauer vor dem südl. Velebit. Stranddrama in SW :-)

Und die Wolke? Sie blieb stabil. Irgendwann sah sie sogar aus wie dichter Qualm:

Hat was von dichtem Rauch...

Nach einem eher faulen Tagesverlauf inkl. nachmittäglichem Neujahrsbad im Meer einiger hartgesottener Zeitgenossen (ich nicht!) und anschließendem Šljivovica (ich auch!) zum Aufwärmen, begann ich darüber zu sinnieren, wie spektakulär die Föhnwolke wohl im Licht der untergehenden Sonne aussehen mag. Ich sollte es erfahren, hier die Ergebnisse:

Ohne Worte...

Alle Fotos, so gut sie mir gelungen sein mögen, geben nur ansatzweise ein derart erhabenes Naurschauspiel wider.

Tag 5: Wanderung auf dem „Mars“.

Wie einige von Euch bereits wissen, haben es mir bizarre, wüstenhafte Landschaften besonders angetan. Vor einigen Jahren fand ich ein Foto des „Mars“ auf 500px, lange habe ich u.a. mittels Satellitenfotos nach dieser unwirklichen Landschaft gesucht, bis ich sie endlich gefunden habe. Einmal waren wir bereits dort, allerdings im Hochsommer bei 40°C, so dass sich der Genuss eher in Grenzen hielt. Heute war es endlich soweit: Unsere Gastgeber, übrigens zwei für Hauser Exkursionen aktive Reiseleiter, verabredeten sich mit zwei befreundeten und ortskundigen Reiseleitern, Marijana und Marijan, für eine Tagestour über den „Mars“:

Unterwegs zum „Mars“... Unterwegs auf dem „Mars“...

Nach einigen Höhenmetern und Kilometern durch scharfkantiges Kalkgeröll erreichten wir den höchsten Punkt, eine Richtung Westen steil abfallende Bergflanke mit dem 218 m hohen „Panos“ als höchste Erhebung. Von hier aus hatten wir erstmals ein grandioses Panorama. Sogar der ca. 60km entfernte Televrina (588m ü. NN), der höchste Berg auf der bekannten Urlaubsinsel Lošinj, war im Nordwesten noch zu erkennen. Unten seht ihr die Bucht, die auch Ausgangspunkt unserer Wanderung ist:

Ein Überblick...

Natürlich gab es von unseren beiden Führern die ein oder andere Erklärung:

So zieht sich die im folgenden Foto zu sehende rosafarbene, etwa einen Meter breite Gesteinsschicht über viele Kilometer durch die Landschaft:

The Pink Line.

Dass diese Landschaft primär aus unbarmherzigem, scharfkantigem Karstgestein besteht, das jegliches Stolpern und Hinfallen sofort mit schlecht heilenden Wunden und hässlichen Narben quittiert, zeigt dieses Foto:

„Fass-mich-nicht-an!-Karst“

Unwirkliche Schönheit

Nach einer kleinen „Gipfelrast“ ging es weiter auf die andere Seite des Berges, wo sich eine abgelegene Bucht befindet. Der nicht vorhandene Weg dorthin führte durch ein trockendes Bachbett, dessen Existenz nur durch gelegentliche sintflutartige Regenfälle begründet ist. Das bislang dominierende Karstgeröll wich zunehmend einer lehmartigen, aber festen Substanz sowie einem Gesteinskonglomerat, das im Aussehen ein wenig an Beton und Asphalt erinnerte.

Die vollkommene Stille, die aufziehende Schäfchenbewölkung sowie die türkisblauen Farben des gelegentlich sichtbaren Meeres verstärkten die unwirkliche Schönheit ins Unermessliche. Kaum vorstellbar, eine derart surreale Kulisse, in der man sich sofort auf den Mars, in den Zentraliran, in die Sahara und dergleichen versetzt fühlt, auf einer Adriainsel vorzufinden!

Steinig und unwirklich... Steinig und unwirklich... Steinig und unwirklich...

Alles, was in der Lage ist, in dieser unwirtlichen Einöde zu wachsen, hat entweder Dornen oder ist besonders kleinwüchsig:

Endlich erreichten wir unser zweites Etappenziel, nämlich die zuvor erwähnte einsame Bucht. Es war vollkommen windstill, angenehm warm und hätte ich Badezeug dabei gehabt, wäre ich sogar baden gegangen! 🙂

Kleine Strandparty :-) Kleine Strandparty :-)

Auch wenn alles tot und leblos wirkt, so sind Spuren von Wasser in dieser unwirklichen Kulisse überall auszumachen. Sogar einen „Steinfisch“ habe ich gefunden! 🙂

Spuren von Wasser...Ein etwas anderer „Steinfisch“ :-)

Unser Weg zurück…

führte nicht über die auf dem Hinweg überquerte Bergflanke, sondern drumherum. Teile dieser Bergflanke bestehen aus relativ hartem Gestein, das ein wenig wie Ton aussieht. Die im folgenden Foto zu sehende etwa 60 m hohe Felsnadel hört auf den Namen „Stogaj“ und wird gerne von einheimischen Kletterern bestiegen:

Stogaj – unter einheimischen Kletterern bestens bekannt.

Klettert oder vielmehr kriecht man durch den ganzen Gesteinsbruch rund um Stogaj, ergeben sich einem ein paar interessante Ausblicke durch diverse Felsenfenster:

Doch auch ohne Felsenfenster ist und bleibt die surreale Kulisse einfach atemberaubend und bedarf keiner großen Worte.

Man sehe und staune! Wasser auf dem Mars!

Selbst für die auf dem Rückweg entstandenen Aufnahmen spare ich mir jeglichen Verbalkitsch und lasse die Fotos für sich sprechen:

Blick Richtung Südost. Mondaufgang im goldenen Abendlicht.

Im letzten goldenen Abendlicht an unseren Autos angekommen, ergab sich dieses eine letzte Foto mit dem aufgehenden Mond. Danach ging es noch gemeinsam nach Pag auf ein wohlverdientes Karlovačko, den nunmehr fast vergangenen Tag mit all seinen Eindrücken Revue passieren lassen.

Und wo ist jetzt dieser verdammte „Mars“?

Der „Mars“ ist der dem Velebit zugewandte, über Jahrmillionen durch Bura, Salzgischt sowie Beweidung durch Schafe degradierte östliche Teil der Insel Pag. Auch wenn es, was Degradation und Erscheinungsbild betrifft, Übereinstimmungen zu Wüsten gibt, so ist diese Landschaft per definitionem keine Wüste.

 Tag 6: Split, die „Hauptstadt Dalmatiens“.

Im Volksmund trägt Split den Titel „Hauptstadt Dalmatiens“ und endlich haben wir es auch einmal dorthin geschafft. Nach einem ausgesprochen vorzüglichen Mittagessen bei einer guten Freundin unserer beiden Gastgeber begaben wir uns in den Stadtkern, der sich übrigens inmitten der Reste des einstigen Diokletianpalastes befindet. Nicht nur die Alten Römer, sondern auch zahlreiche Baumeister aus späteren Epochen haben dort ihre Spuren hinterlassen und eher unfreiwillig ein mitunter sonderbar anmutendes Gesamtkunstwerk geschaffen. Ich erspare Euch die üblichen abgedroschenen Sightseeingtourismuspostkartenkitschfotos von Split und zeige Euch einige Impressionen aus der inmitten des einstigen Palastes errichteten Altstadt:

In den Eingeweiden des Diokletian-Palastes.In den Gassen von Split... In den Eingeweiden des Diokletian-Palastes. In den Gassen von Split... In den Eingeweiden des Diokletian-Palastes. In den Eingeweiden des Diokletian-Palastes. Außenwand des Diokletian-Palastes. In den Gassen von Split... In den Gassen von Split... In den Gassen von Split... In den Gassen von Split...

Split – keine Museumsstadt! Hier leben Menschen!

An dieser Stelle möchte ich betonen, dass Split ebenso wie Zadar nicht eine dieser mediterranen, touristischen Museumsstädte a la Trogir oder Dubrovnik ist, sondern dort tatsächlich auch Menschen leben. Und das sieht man auch an jeder Ecke:

In den Gassen von Split...

Spuren der einstigen römischen Bewohner findet man in jedem Hinterhof:

In den Gassen von Split... In den Gassen von Split...

In Split gibt es auch allerhand Skurriles zu sehen. Wer um alles in der Welt stopft Frösche aus? Und schaut der Katze einmal genau in die Augen!

Ein wenig Schräges... Ein wenig Schräges... Straßentiger.

Wieder an der Hafenpromenade angekommen, versuchte ich, aus meinem brandneuen Sigma sowie dem Autofokus meiner Nikon D5200 das Maximum herauszuholen. Die Flugshows der Möwen, in Dalmatien übrigens verehrte Tiere, kamen wie gerufen:

Dalmatinische Flugshow. Dalmatinische Flugshow. Dalmatinische Flugshow.

Da es langsam zu dämmern begann, begaben wir uns auf den Weg zur Halbinsel Marjan, die mit wunderschönen alten Pinien bewachsenen ist und von wo aus man einen tollen Ausblick auf die vor Split gelegenen Inseln ČiovoŠolta und Brač hat. Auf dem Weg dorthin gab es natürlich noch ein paar Streetfotografie-Einlagen sowie eine weitere Sehenswürdigkeit an der Hafenpromenade, nämlich eine Art „Walk of Fame“ mit den Namen von Sportlern und Olympioniken, deren Geburtsstadt Split ist. Ihr könnt Euch gar nicht vorstellen, wie viele das waren! Goran Ivanišević dürfte der Bekannteste von ihnen sein.

In den Gassen von Split...

Der Weg zur Halbinsel Marjan hat sich definitiv gelohnt, auch wenn es sicher vernünftiger gewesen wäre, eine halbe Stunde früher loszugehen. Aber was soll’s? Es muss sich in schönen Abendrot-Fotos ja nicht immer die obligatorische orangerote Scheibe befinden. Ein paar blühende Agaven tun’s doch auch. 😉

An dieser Stelle möchte ich anmerken, dass die beiden folgenden Fotos Barbara mit meiner alten Nikon D3100 inkl. der 18-105er Zoomlinse aus der Hand geschossen hat, während ich mit meiner D5200, Stativ und der 700€-Linse von Sigma doch tatsächlich alle Fotos komplett versaut habe! Hätte ich die verflixte Blende doch ein wenig mehr geschlossen!

Abendliches Inferno vor Split. Abendliches Inferno vor Split.

Ebenso wurden etliche der oben gezeigten Aufnahmen im Diokletianpalast von Barbara mit der Nikon D3100 und der eher unscheinbaren 18-105er Zoomlinse gemacht. Beide zusammen liefern aber in den meisten Situationen nach wie vor durchwegs tolle Resultate. Womit wieder einmal bewiesen sei, dass die guten Fotos immer noch der Fotograf macht und nicht eine superduperfettebrandneuesauteure Kamera inklusive Objektiv mit dem Gewicht eines Mittelklassewagens!

Aber weder will ich meine geliebte D5200, noch das extra angeschaffte Sigma 18-35mm f1.8 anzweifeln. Nein, setzt man beides richtig ein, entstehen optisch und technisch einwandfreie Fotos. Und nachts hat meine Traum-Kombination wieder die Nase vorn, wie die beiden Varianten von der Riva in Split bei Mondlicht zeigen:

Splits beeindruckende Kulisse im Mondlicht. Splits beeindruckende Kulisse im Mondlicht.

Tag 7: Wanderung durch die Bukovica.

Nach wie vor bestes Wander- und Ausflugswetter mit angenehmen Temperaturen und das Hinterland von Zadar lockt mit einigen, noch unentdeckten Ausflugszielen. Eines davon ist die Region Bukovica, die sich ungefähr zwischen den Städten Knin, Obrovac und Benkovac erstreckt.

Ein wenig Geschichtliches…

Diese einst überwiegend von Serben bewohnte Region war von 1991 bis 1995 ein Teil der Republik Serbische Krajina, bis im Zuge einer kroatischen Militäroperation die Republik Serbische Krajina zerschlagen und große Teile der ehemals serbischen Bevölkerung vertrieben bzw. getötet wurden. Damit wurde dieser ohnehin dünn besiedelten Region wirtschaftlich gesehen der Garaus gemacht. Dörfer wurden entvölkert und zerstört, ganze Landstriche sind mit Landminen verseucht, Ackerland liegt brach und verwaldet zusehends.

Unser Ziel:

Genug über die menschliche Dummheit geredet! Auf unserem Programm stand ein Ausflug zum Zusammenfluss der beiden Karstflüsse Krupa und Zrmanja, letzterer dürfte allen Winnetou-Fans als „Rio Pecos“ bekannt sein. Ausgangspunkt war ein Ort namens Golubić. Von dort aus ging es zunächst über etwas Weideland, anschließend über ein Karstplateau weiter zu einem Felsgrat, dem die Einheimischen den bezeichnenden Namen „Halsbrecher“ gegeben haben. Von dort aus führt ein Steig, der einiges an Trittsicherheit und Orientierungssinn erfordert, hinab zum Zusammenfluss.

Unterwegs im verkarsteten Hinterland Zadars.

Hier seht Ihr den Zusammenfluss von Krupa (unten) und Zrmanja (ergo oben):

Der zusammenfluss von Krupa und Zrmanja.

Ebenso wie beide Flüsse zuvor hat auch der nun gewachsende Zrmanja eine ganze Reihe mehr oder weniger große Wasserfälle – ein Traum für jeden Naturfotografen! 🙂

Von denen gibt es viele dort.

Und wie so oft sind es die kleinen Dinge, die faszinieren. Hier eine winzige Fettkrautart in einem Felsspalt mit einer 5-Lipa-Münze zum Veranschaulichen der Winzigkeit, sowie einen auch im Winter blühenden Milchstern:

Milchstern.

Ebenso faszinierend das unfassbar klare Wasser der Karstflüsse:

Glasklares Wasser der Krupa...

Hatte ich nicht bereits erwähnt, dass alles, was im Karst wächst, fiese Dornen hat und kleinwüchsig ist? 🙂

Im Karst haben alle Pflanzen Dornen.

Da es aufgrund der tief am Horizont stehenden Wintersonne in dem Canyon schnell schattig und somit empfindlich kalt wurde, lud die schöne Flusslandschaft leider nicht zum längeren Verweilen ein. Aber da man den Rückweg dafür etwas gemütlicher angehen konnte, ergab sich noch die ein oder andere Impression dieser faszinierenden und menschenleeren Weite:

Unterwegs im verkarsteten Hinterland Zadars.Blick in die Ferne.Blick in die Ferne, unten der Canyon der Krupa.

Selbst unser Ausgangspunkt, der Ort Golubić konnte mit einem Highlight aufwarten. So zum Beispiel mit dem Erscheinen einer „Streetgang“ bestehend aus drei jungen Katzen, die nebeneinander die Straße hinunter auf uns zugeschritten kamen. Leider, leider, leider war wieder einmal in diesem Moment die verdammte Kamera bereits verstaut und somit nicht schnell genug schussbereit! Die drei Katzen zeige ich Euch trotzdem:

„Three Catz“ – die Straßengang.

Was tut Ihr im Winter in Kroatien? Andere machen Skiurlaub!

Ja, warum denn nicht? Es die Stille, die Einsamkeit, das goldene Licht der Wintersonne, das einem kein Sommerurlaub liefern kann. Man findet Sonne, Schnee, Eis, menschenleere Strände und eine klare Atmosphäre an einem einzigen Ort, und für diese Eindrücke bin ich jederzeit gerne bereit, auf badetaugliche 30°C zu verzichten.

Kurzum – es ist sicher nicht jedermanns Sache, aber zum Glück muss es das auch nicht werden. Es kann aber unter Umständen sehr reizvoll sein, einen Ort, den man nur im Sommer kennt, auch einmal im Winter zu besuchen. Letztes Jahr war unsere Winter-Prämiere in Kroatien und wir haben es nicht bereut – im Gegenteil!

Das möchte ich auch mal machen! Was benötige ich?

  • Außer entsprechender Kleidung für Temperaturen von -10°C bis +20°C nichts Spezielles. Gifitige Schlangen und Skorpione werdet Ihr im Winter eher nicht antreffen. Einzige Gefahr stellen in einigen Gegenden die Landminen dar, diese Schilder mit dem Totenkopf darauf solltet Ihr daher unbedingt ernst nehmen!
  • Wichtig ist, dass Ihr die lokalen Gepflogenheiten und Eigenarten der Menschen achtet und ihnen stets auf Augenhöhe entgegentretet. Auf jammernde und nörgelnde Urlauber, die sich über den „unzivilisierten Balkan“ echauffieren, kann jeder verzichten! Woanders ist es nun einmal anders!
  • Weiters sollte jeder, der ein Balkanland besucht, sich im Klaren darüber sein, dass Gäste zwar stets herzlich willkommen sind, diese aber im Gegenzug ein wenig Trinkfestigkeit mitbringen müssen. Ein Begrüßungs-Šljivovica pro Besuch ist obligatorisch, selbst um 8 Uhr morgens! Man sollte ihn nur dann ablehnen, wenn man z.B. trockener Alkoholiker ist oder Auto fahren muss! In Kroatien gilt eine Promillegrenze von 0,0 ‰.
  • Egal ob Kroatien, Serbien, Bosnien-Herzegovina, Montenegro oder Slowenien, alle diese Länder haben eine ungeahnte Vielfalt an Essensspezialitäten, die sich weit jenseits vom Fraß auf den Speisekarten in Touri-Lokalen bewegt. Fleisch, egal ob vom Schaf, Ziege oder Schwein, ist aber stets der Rote Faden in fast allen Gerichten. Überzeugte Vegetarier haben also schlechte Karten und Veganer würden sowieso verhungern!
  • Seid Ihr einmal bei Einheimischen privat zum Essen eingeladen, greift bei allem, was auf den Tisch kommt, bedenkenlos zu. Esst aber nicht zuviel auf einmal, denn so ein Essen besteht meist aus mehreren Gängen. Probiert von allem etwas, etwas abzulehnen oder gar nichts zu essen gilt als unhöflich und sollte daher einen ernsten Grund haben!
  • Greift auch bei den Getränken bedenkenlos zu. Selbstverständlich gibt es zum Essen keinen Šljivovica, sondern meist Bier, Wein und Wasser. Wein wird in aller Regel mit Wasser verlängert getrunken und Bier nicht aus der Flasche. Es wird zum Essen gerne auch einmal etwas mehr getrunken. Es ist auch keine Schande, ein wenig angeheitert zu sein, solange man danach nicht mehr Auto fahren muss, Klasse bewahrt und nicht kotzt, randaliert, …
  • Ergreift in Gesprächen über den Balkankrieg keinesfalls Partei, denn damit begebt Ihr euch todsicher auf sehr dünnes Eis! Das gilt auch für Bemerkungen über die Besetzung durch die Nazis und diese leider immer noch kursierende Theorie, die Serben hätten mit dem Mord am österreichischen Thronfolger Franz-Ferdinand den 1. Weltkrieg verschuldet!
  • Seid einfach nett, unvoreingenommen, trinkt Euch vor Reiseantritt ggfs. zuhause ein wenig ein und Ihr seid überall stets gern gesehene Gäste! 🙂

Immer noch ist „Balkan“ für viele Menschen ein negativ besetzter Begriff. Für uns steht der Balkan für einen ursprünglichen, wildromantischen sowie einen landschaftlich und kulturell ungeahnt vielfältigen Teil Europas!

Und mit diesen Worten sowie den folgenden Fotos von Eichen aus der Bukovica schließe ich das winterliche Tagebuch Kroatien ab. Über Feedback mittels Kommentarfunktion, Facebook oder Google+ würde ich mich freuen.

Eiche.

2 Kommentare bei „Tagebuch Kroatien (2): Mars, Split, Bukovica“

  1. Peter Pichler sagt:

    Hallo Daniel, ojeee bin nicht nur urlaubsreif… sondern völlig überfällig urlaubsreif. Bei der ‚Schlangenwolke‘ fällt mir ‚Abyss‘ ein. Tja, zur richtigen Zeit am richtigen Ort… Kamera bereit… das WW-Sigma draufgeschraubt und nicht vergessen DEN DANIEL :-).
    Syih_quadrat p.

    1. Danke! Sowohl ich als auch die High-End-Scherbe von Sigma waren offenkundig nicht mehr zu bremsen. 🙂

Kommentare sind geschlossen.