Tipps zur Einrichtung einer logischen Datei- und Ordnerstruktur

Ein Thema, bei dem ich jedem nahelege, sich mit zunehmender Anzahl von Fotos (und auch anderen Daten) ernsthaft darüber Gedanken zu machen, ist eine sinnvolle Datei- und Ordnerstruktur. Einmal angewandt, ist der weitere Zeitaufwand sehr gering und erspart einem eine Menge Ärger. In 3 Schritten erkläre ich, wie ihr zu einer ordentlichen Datei- und Ordnerstruktur kommt, welche Vorteile diese hat und was ihr keinesfalls tun solltet:

1. Einrichtung der Datei- und Ordnerstruktur

Hier ein Beispiel für eine ordentliche Datei- und Ordnerstruktur:

D:\Fotos\2013\2013-12 Weihnachten\

Die Vorteile:

  • Ich finde anhand von Datum, Anlass und Originalnamen sofort meine Bilder
  • Ich finde ich mich selbst unter Abermillionen Fotos noch zurecht
  • eine chronologische Sortierung der Daten im Betriebssystem ist gewährleistet

Die häufigsten Fehler:

  • Niemals solltet ihr eure Fotos über den Datenträger verstreut ablegen! Für eure Fotos darf es ab sofort nur noch einen Zielordner geben!
  • Ebenfalls verboten sind Dateiordner mit Namen wie Weihnachten bei Tante Frieda! Alle Ordnernamen werden ab sofort durch ein Schema ersetzt, das eine chronologische Sortierung garantiert: D:\Fotos\2013\2013-12\ oder D:\Fotos\2013\2013-12 Weihnachten bei Tante Frieda\!
  • Ähnlich verhält es sich mit Dateinamen: Bild1.jpg, TanteFriedaWeihnachten1.jpg oder weihnachten1.jpg werden ab sofort durch ein Schema ersetzt, das die chronologische Sortierung garantiert: 2013-12-24_DSC_0980 oder meinetwegen 2013-12-24_DSC_0980_Weihnachten.jpg!

2. Export der Fotos aus der Kamera

Nun lege ich für die zu importierenden Dateien einen Unterordner namens _Originale an. In meinem Beispiel sieht das dann so aus:

C:\Fotos\2013\2013-12 Weihnachten\_Originale\DSC_0980.jpg

Für den Dateiimport verzichte ich auf irgendwelche Software und mache von der systemeigenen Kopierfunktion Gebrauch.

3. Ablage und Bearbeitung der Fotos

Hier kommt die in Schritt 2 eingeleitete Trennung zwischen Original aus der Kamera und Bilddatei für den Hausgebrauch zur Vollendung. Mit Hilfe des empfehlenswerten Bildbetrachters FastStone Image Viewer (geht aber auch mit anderen Programmen) fertige ich von meinen Originalen Kopien an, die ich zugleich umbenenne:

Von meiner Originaldatei DSC_0980.jpg im Ordner C:\Fotos\2013\2013-12 Weihnachten\_Originale\ wird eine Kopie namens 2013-12-24_DSC_0980.jpg in folgendem Ordner angelegt: C:\Fotos\2013\2013-12 Weihnachten\

Mit Hilfe des FastStone Image Viewer gehe ich dazu folgendermaßen vor:

In der Menüleiste des Programms gehe ich auf „Werkzeuge -> Stapelumwandlung“ und füge in die Eingabeliste des soeben erschienenen Fensters die umzuwandelnden Dateien ein. Dann lege ich zunächst einmal die Einstellungen für die Ausgabe (hier ist es das JPG-Format) fest. Alle im Screenshot zu sehenden Werte könnt ihr bedenkenlos übernehmen, nur bei der Bildqualität empfiehlt es sich je nach Verwendungszweck einen Wert zwischen 80 und 100 zu wählen:

Qualitätseinstellungen für das JPG-Format.

Jetzt wähle meinen Zielordner aus, aktiviere die Umbenennen-Funktion und gebe dort, um den gewünschten Dateinamen zu erhalten $Y-$M-$D_* (Die Bedeutung dieser und weiterer Parameter wird erklärt, wenn man daneben auf das Feld mit dem ? klickt) ein, was folgenden Dateinamen ergibt: 2013-12-24_DSC_0980.jpg. Gebe ich zusätzlich _Weihnachten nach dem * ein, ergibt das folgenden Dateinamen: 2013-12-24_DSC_0980_Weihnachten.jpg. Achtung! der FastStone Image Viewer liest das Aufnahmedatum aus den EXIF-Daten des Fotos, achtet also drauf, dass Datum und Uhrzeit Eurer Kamera richtig eingestellt sind!

Weiters aktiviere ich die Funktion „Erweiterte Funktionen“, um meine Kopie auf eine sinnvolle Dateigröße herunterzurechnen. Mit folgenden Einstellungen:

FS_Resize Options

Warum ich das tue? Kaum ein Monitor ist in der Lage, Bilder mit mehr als 1080 px in der Höhe in voller Auflösung darzustellen. Die volle Bildauflösung heutiger Digitalkameras macht nur Sinn, wenn ich einen Bildausschnitt benötige oder Bilder großformatig ausdrucken lassen möchte. Ansonsten erreiche ich mit 1920 px auf der langen Seite immer eine ungefähre Größe von 2 MP, die für fast alle Zwecke (Monitor, Fernseher, Fotodrucker, Flickr usw.) völlig ausreichend ist.

Zusätzlich kann man unter „Einstellungen“ den ein oder anderen bildverbessernden Parameter aktivieren. So erhöhe ich z.B. gerne die Sättigung und stelle eine leichte Schärfung des Fotos ein. Allerdings solltet Ihr die Option „Einstellung VOR der Größenveränderung durchführen“ deaktiviert lassen, da alle festgelegten Einstellungen erst auf das herunterskalierte Foto angewendet werden dürfen:

FS_Image Corrections

Weiters solltet ihr alle bildverbessernden Parameter in euren Kameras abstellen, um möglichst unverfälschte Rohdaten zu haben. Ein Klick auf „Design und Vorschau“ zeigt euch eine Vorschau der eingestellten Parameter an, das kleine Feld mit Blatt und Lupe zeigt eine Vorher-Nachher-Ansicht der Bilder in der Eingabeliste. Habe ich alle Einstellungen vorgenommen, bestätige ich zweimal und das Programm beginnt, Kopien meiner Fotos zu erzeugen. Meine Originaldatei aus der Kamera liegt jetzt in folgendem Verzeichnis:

D:\Fotos\2013\2013-12 Weihnachten\_Originale\DSC_0980.jpg

… und meine Kopie für den Hausgebrauch liegt dort:

D:\Fotos\2013\2013-12 Weihnachten\2013-12-27_DSC_0980.jpg

Falls doch noch das ein oder andere Foto mittels Bildbearbeitungssoftware weitergehend bearbeitet werden muss, so bearbeite ich immer das Original, rechne es auf die erwähnte Größe herunter und überschreibe die Kopie.

Eigentlich benötige ich die Originale ja nicht mehr, also warum soll ich Kopien anfertigen?

  • Bildbearbeitung kann fast alles – Fotos zerstören besonders gut. Nur fällt einem das erst mit zunehmender Erfahrung oder einem neuen Monitor auf, also immer erst dann wenn es zu spät ist. Wie toll wäre jetzt ein unverfälschtes Original eines guten Fotos?
  • Festplattenspeicher ist heutzutage erschwinglich und im Zeitalter der Datenträger mit mehreren Terabyte Kapazität besteht beim besten Willen keine Notwendigkeit mehr zu knausern!
  • Ich kann jederzeit ein Best-Of aus meinen Kopien selektieren und Fotos nachträglich löschen. Dank meiner Nomenklatur ist die chronologische Sortierung und der Namensbezug zwischen Original und Kopie auch dann gewährleistet, wenn zwischen 2013-12-24_DSC_0001.jpg und 2013-12-24_DSC_0010.jpg alle Fotos gelöscht werden. Eine nachträgliche Umbenennung ist niemals erforderlich.

Macht keinesfalls den Fehler und bearbeitet / überschreibt die originalen Daten aus der Kamera! Ich habe diesen Fehler in meinen Anfängen der Digitalfotografie gemacht und später (mit zunehmender Erfahrung) bitter bereut!

Arbeiten mit RAW-Dateien und RAW-Konvertern

Wenn man wie ich RAW-Dateien als Originale hat, ist die Vorgehensweise die gleiche. Einziger Unterschied ist, dass ich normalerweise im RAW-Konverter beim Export ins JPG-Format Speicherort und Umbenennungsparameter festlege. Über meinen Workflow bei RAW-Dateien werde ich aber in einem separaten Beitrag schreiben.

… und das wars auch schon! Seit etwa 7 Jahren setze ich diese Methode praktisch unverändert ein und sie ist, wie ich finde, auf jeden Fall zum Nachmachen geeignet. Einige Details mögen vielleicht verbesserungswürdig sein, darum schreibt mir, wenn Euch dazu noch was einfällt.