Weit, weiter, u l t r a w e i t – meine Ultraweitwinkel-Premiere!

Hallo zusammen! Darf ich mich kurz vorstellen?
Name: Peter Pichler
Alter: 53
Hobby: Fotografieren 🙂
Kameras: Canon EOS 1000D, Canon EOS 20D
Linsen: Canon EF-S 18-55mm 1:3.5-5.6 IS II, Tamron AF 70-300 mm 4-5,6 Di LD

Unlängst hatte ich das Vergnügen mit der Leihgabe eines Fotokollegen, einem Sigma 10-20mm f4,0-5,6 EX DC HSM Ultraweitwinkel-Objektiv zu fotografieren. Über dieses, zugegebenermaßen anfangs nicht ganz leichte Vergnügen schreibe ich hier:

Weitwinkel vs. Ultraweitwinkel – ein gravierender Unterschied!

Nun konnte ich es kaum erwarten: Sonnenschein, Bilderbuch-Herbst, ich voller Fotografie-Tatendrang, … besser geht’s nicht oder? Also Fototasche nebst Ultraweitwinkel ins Auto, ab in die Leutasch, Kamera auspacken, Foto hier, Foto da, Foto dort, …, Kamera wieder einpacken, zuhause vor den PC, Fotos auf die Festplatte laden und mich über die tollen Fotos freuen – zumindest war das der Plan! Stattdessen fiel meine grandiose Stimmung schlagartig ins Bodenlose.

Was war passiert?

Bei der Durchsicht der Fotos am PC der erste Schreck. Ich hatte nur die „Weite“ beachtet, nicht aber die „Nähe“! Auf fast allen Fotos konnte ich einen Teil meines eigenen Schattens sehen. Ergo: diese Fotos sofort löschen. Beim zweiten Durchlauf… Oh je! Stürzende Linien, Verzerrungen, Verzeichnungen, … – kurz gesagt: fast alle Fotos waren unbrauchbar! Ein Bedienerfehler – der Klassiker halt.

Doch aufgeben gilt nicht! Der goldene Oktober, führte mich mit dem Ultraweitwinkel-Objektiv wieder in die Natur hinaus, mit dem Vorsatz, aus meinen Fehlern zu lernen und somit „viel bessere“ Fotos zu machen. Hat es geklappt? Ja, hat es. Aber ich hatte auch viel Glück und war zur richtigen Zeit am richtigen Ort.

Was man beachten sollte

Der Ultraweitwinkel eröffnet einem neue, im wahrsten Sinne des Wortes unbekannte Sichtweise und beinhaltet außerdem einen fotografisch erzieherischen Wert, nämlich „sauber“ zu fotografieren. Ultraweitwinkel bedeutet sehr viel Foto, umso genauer und differenzierter sollte man die Szene auswählen. Was ist „wichtig“, wieviel „Beiwerk“ kann man mit auf das Foto nehmen und was erzeugt ein Gefühl beim Betrachter? Nur mit viel Präzision im Arrangement gestaltet man sein Gesamtkunstwerk. 🙂

Mein Fazit zum Sigma 10-20mm f4,0-5,6

Wenn jetzt sage: „Ultraweitwinkel begeistert mich!“, dann ist das ziemlich untertrieben. Ultraweitwinkel ist natürlich nicht in allen Situationen und Locations einsetzbar, fein ist es aber schon, eine Ultraweitwinkel-Linse parat zu haben, wenn man eine braucht. 🙂 Auf meinen Exkursionen hatte ich übrigens nur das Ultraweitwinkel und das o.g. Tele dabei. Leider, denn das Standardobjektiv mit moderatem Weitwinkel hätte ich immer noch öfters gebraucht.

Zur Abbildungsleistung kann ich folgendes sagen: Ein Wunder an Lichtstärke ist das Sigma natürlich nicht, doch an der Brillianz und Farbtreue gibt es nichts zu rütteln. Verständlich ist auch die abfallende Abbildungsleistung zu den Rändern hin, was aber keine Schwäche, sondern schlicht konstruktionsbedingt ist. Leider konnte ich bislang keine Linsenkorrekturdaten zum Sigma finden – hoffentlich steht da bald etwas zur Verfügung. Von mir gibt es aber auf jeden Fall eine unbedingte Kaufempfehlung für das Sigma 10-20mm.

Hier seht Ihr ein paar meiner Ultraweitwinkel-Fotos. Vielen Dank für Euer Interesse und den ein oder anderen Kommentar. 🙂

„Testaufnahme“ mit dem Sigma 10-20mm f4.0-5.6. Foto: Peter Pichler Ein typischer Ahornbaum im Karwendel. Aufgenommen mit dem Sigma 10-20mm f4.0-5.6. Foto: Peter Pichler Auf der Walderalm. Ja, wir Landschaftsfotografen lieben das Karwendel! ;-) Aufgenommen mit dem Sigma 10-20mm f4.0-5.6. Foto: Peter Pichler

Und Daniels Meinung?

Ja, so ein Ultraweitwinkel-Objektiv eröffnet einem ganz andere Blickwinkel, wie Peters Fotos zeigen. Gelegentlich komme ich mit meinen beiden, bei 18mm beginnenden „Flaschenböden“ von Nikkor in die ein oder anderen Situation, die mich das Fluchen lehrt, wie man diesem Beitrag von mir entnehmen kann. Aber Peter schreibt auch, dass viel Bildwinkel auch seine Tücken haben kann und sehr exaktes Arbeiten erfordert, weiters sind die Einsatzgebiete eines Ultraweitwinkels doch ein wenig beschränkt, denn für die meisten Situationen bzw. Portraits ist er definitiv zu speziell.

Vor allem aus letzterem Grund habe ich beschlossen, die Anschaffung eines Ultraweitwinkels nun doch auf Eis zu legen und mir stattdessen das Sigma 18-35mm f1,8 zuzulegen – eine zugegebenermaßen nicht ganz billige, aber messerscharfe Traumlinse mit fabelhafter Lichtstärke über den gesamten (und von mir am häufigsten genutzten) Brennweitenbereich. Nikon hat im DX-Segment leider nichts Gleichwertiges, noch dazu in der hochwertigen Verarbeitung im Angebot.

Keine Frage! Ein Ultraweitwinkel-Objektiv ist toll, aber nicht das Maß aller Dinge und somit eher Luxus statt Butter-und-Brot-Linse. Aber – und da muss ich Peter zustimmen! – ein wahrlich schöner Luxus! 🙂

Ein Kommentar bei „Weit, weiter, u l t r a w e i t – meine Ultraweitwinkel-Premiere!“

  1. Hi,

    schicke Fotos, vor allem die beiden aus dem Karwendel! 🙂
    Für alle, die über so ein UWW nachdenken, sei noch das (natürlich etwas teurere) 10-20er von Sigma mit gleichbleibender Blende von f3,5 erwähnt.

    LG

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