Wie ich Dateien und Ordner in Ordnung halte

Zugegeben ein sehr trockenes Thema, über das man sich aber mit zunehmender Anzahl von Daten ernsthaft Gedanken machen sollte, wenn man den Überblick nicht verlieren will. Doch einmal etabliert, ist der weitere Zeitaufwand sehr gering und erspart einem eine Menge Sucherei. Und so mache ich das:

Einrichtung der Datei- und Ordnerstruktur

Fast alle Programme haben als Grundeinstellung automatisch einen Ordner festgelegt oder legen eigene an. Als Beispiel sei der Ordner „Eigene Dateien“ in Windows erwähnt. Kommen dann noch beliebige Zielordner versch. Programme mit ins Spiel ist das Chaos bald perfekt. Für Eure Fotos darf es darum ab sofort nur noch einen Zielordner geben: Euren!

Ebenfalls ins Chaos führen Ordnernamen wie „Weihnachten Tante Frieda“ und Dateinamen wie „Bild1.jpg“! Ein Berufsfotograf, der seine Fotos so benennen würde, würde binnen kurzer Zeit den Überblick verlieren, mit einer ordentlichen Datei- und Ordnerstruktur wird das niemals passieren.

Eine logische Ordnerstruktur

Hier ein Beispiel wie eine logische Ordnerstruktur aussehen kann:

  • Datenträger\Ordner\Jahr\Monat-Tag\

Auf meinem Computer sieht das z. B. so aus:

  • D:\Fotos\2019\09-24\

Bei Reisen lasse ich den Tag weg und benenne den Fotoordner z. B. so:

  • D:\Fotos\2019\09-Dalmatien\

und bei Jobs / Projekten so:

  • D:\Fotos\2019\05-18-Hochzeit Lisa & Karl\

Vorteil: Alle Daten sind ab sofort chronologisch sortiert, größere Projekte oder Reisen springen durch den Zusatz des Reiseziels / Name des Projektes sofort ins Auge. Doch wie verfahre ich mit meinen Dateien?

Eine logische Dateistruktur

Meine Dateien benenne ich nach folgendem Schema um:

  • JJJJMMTT-HHMM_Originalname
  • JJJJMMTT-Originalname
  • JJJJMMTT-Originalname-Projektname

Das sieht dann z. B. so aus:

  • 20190920-1430_DSC_8525.jpg
  • 20190920_DSC_8525.jpg
  • 20190518_DSC_8525_Lisa & Karl.jpg

So sind die Fotos stets chronologisch sortiert.

Habe ich von einem Foto z. B. eine Schwarzweißvariante erstellt, benenne ich diese wie folgt:

  • 20190920_DSC_8525-SW.jpg

Und wie gehe ich bei Panoramen vor? Hier benenne ich das Foto nach den Quellfotos, aus denen es besteht und füge den Zusatz „Pano“ hinzu. Und so sieht das dann aus:

  • 20190920_DSC_8525-8530-Pano.jpg

Bei Bildern, die ebenfalls aus mehreren Fotos bestehen wie z. B. HDR oder Focus-Stacking-Fotos, gehe ich gleich vor:

  • 20190920_DSC_8525-8530-HDR.jpg
  • 20190920_DSC_8525-8530-Stack.jpg

Umbenennung, Bearbeitung und Stapelverarbeitung

Ich unterscheide immer zwischen den Originaldateien out of Cam und den fertigen Fotos, die ich herzeige, doch dazu gleich mehr. Die Originale lege ich stets im Projektordner ab:

  • Datenträger\Ordner\Jahr\Monat-Tag\

oder

  • Datenträger\Ordner\Jahr\Monat\Tag\

auf meinem Datenträger würde die Ordnerstruktur so aussehen:

  • D:\Fotos\2019\09-24\

oder

  • D:\Fotos\2019\09\24\

Die bearbeiteten Kopien zum Herzeigen, Drucken usw. befinden sich im Jahresordner:

  • D:\Fotos\2019\20190920_DSC_8525.jpg

Umbenennung

Zum Unbenennen von Dateien gibt es eine Menge Software. Bei Fotos schwöre ich seit Jahren auf das Programm FastStone Image Viewer, das außerdem Raw- und Video-Dateien umbenennen kann. Dieses Programm benennt die Dateien anhand der Zeit- und Datumsstempel in den Fotos um, ich darf also nicht vergessen, Zeit und Datum in der Kamera richtig einzustellen.

So geht’s: Im Programmfenster wähle ich die zu umbenennenden Dateien aus, gehe auf „Werkzeuge“ und „Ausgewählte Bilder umbenennen“ bzw. drücke F4. Im Fenster, das sich nun öffnet, kann ich rechts die Benennungsparameter festlegen. Welche Parameter man zur Verfügung hat steht dort ebenfalls und ist selbsterklärend. Habe ich die Parameter festgelegt, klicke ich auf das Vorschau-Symbol und wenn ich zufrieden bin auf „Umbenennen“.

Achtung! Die Stapel-Umbennenung funktioniert dubioserweise nicht bei allen Dateien. Bei den Raw-Dateien meiner Drohne (Parrot Anafi) liegt die Zeitangabe im Dateinamen 3 h in der Zukunft und bei Raw-Daten, die ich mit dem Adobe DNG Converter zu DNG konvertiert habe, verpasst der Image Viewer den Dateien die gegenwärtige Uhrzeit. Warum auch immer.

Bearbeitung

Oberste Regel für jeden, der die Fotografie einigermaßen ernst nimmt: Niemals Originaldateien bearbeiten und überschreiben oder nach der Bearbeitung einer Kopie löschen! Ein Foto bearbeitet und Jahre später festgestellt, dass man es hätte besser machen können, das hat sicher jeder schon erlebt. Hätte man damals nicht das Original out of Cam überschrieben! Dies ist ein Grund.

Der zweite Grund: Für die Wiedergabe auf dem Notebook, auf Full HD Monitoren oder für den Upload auf Instagram, Flickr usw. sind Fotos in den heute üblichen Auflösungen von 20 MP und mehr überdimensioniert. Hohe Auflösungen ergeben kein besseres Bild, sondern erhöhen nur die Datenlast unnötig. Hier meine Richtwerte:

UHD / 4K Wiedergabegeräte:

  • 3.840 px (lange Kante)
  • Dateiformat: JPG, Qualitätsstufe: 90-95 %

Diashow, Flickr, 500px:

  • 1.920 px (lange Kante)
  • Dateiformat: JPG, Qualitätsstufe: 90-95 %

Soziale Netzwerke und Blogs:

  • 1.280 px (lange Kante)
  • Dateiformat: JPG, Qualitätsstufe: 85-90 %

Unschlagbarer Vorteil dieser Methode: Ich habe stets ein unbearbeitetes Original out of Cam zur Verfügung, aus dem ich jederzeit eine Kopie für alle Verwendungszwecke ausarbeiten kann. Doch was tun, wenn es sich um viele Dateien handelt?

Stapelverarbeitung

Raw-Konverter und viele bessere Bildbearbeitungsprogramme bieten die Funktion, mehrere Dateien auf einmal zu bearbeiten und exportieren. Diese Funktion ist besonders interessant für Fotografen mit hohem Output wie z. B. Event- und Pressefotografen, die meist in JPG fotografieren und ihre Fotos aus Zeit- und Kostengründen fast nie bearbeiten.

Hier der Workflow im FastStone Image Viewer:

  • Im Programmfenster wähle ich die umzuwandelnden Dateien aus, gehe auf „Werkzeuge“ und „Ausgewählte Bilder umwandeln“ bzw. drücke F3.
  • Im neuen Fenster, das sich öffnet, kann ich rechts Parameter wie Dateiformat und Zielordner festlegen.
  • Ein Klick auf „Erweiterte Funktionen“ öffnet ein neues Fenster, in den ich weitere Parameter festlegen kann, die auf meine Fotos angewendet werden. Hier kann ich nicht nur die Bildgröße ändern, sondern die Fotos mit einem Wasserzeichen versehen oder Bearbeitungsparameter wie z. B. Sättigung oder Schärfe festlegen.
  • Habe ich meine Wahl getroffen, klicke ich auf das Vorschau-Symbol und wenn ich zufrieden bin, auf „Umwandeln“.

Datensicherheit

Notebooks, Kameras, Smartphones usw. können verloren gehen, gestohlen werden oder einen Ausfall erleiden. Auch Speicherkarten, Flash-Speicher oder Festplatten bieten keine 100%ige Ausfallsicherheit. Hierfür gibt es zig Anbieter und Lösungen. Womit ich (nicht nur) meine Fotos einfach und kostengünstig sichere habe ich in diesem Beitrag beschrieben.

Wenn Euch dieser Beitrag geholfen hat, freue ich mich über ein Feedback. Falls Euch dazu noch was einfällt, lasst es mich bitte auch wissen.

In diesem Sinne: Allzeit gut Licht! 🙂

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